Raiffeisen will Verkauf von polnischer Tochter ankurbeln

Die Raiffeisen Bank International will den Verkauf ihrer polnischen Tochter möglicherweise mit der Übernahme von Garantien beflügeln. Damit will die RBI den Interessenten ihre Tochter trotz deren Schweizer-Franken-Krediten schmackhaft machen. "Wir werden dieses Thema auch mit dem Erwerber der Raiffeisen Polbank erörtern.

Es ist die Frage, ob die Risiken zur Gänze übertragen werden", sagte RBI-Chef Karl Sevelda in einem Interview mit der Tageszeitung "Standard" vom Dienstag. Die Übernahme von Garantien für die Franken-Kredite sei dabei "eine von mehreren Varianten".

Die polnische Aufsichtsbehörde KNF würde das begrüßen: Sie erwarte, dass sich der bestehende Eigentümer an den Kosten beteilige, die durch das Franken-Portfolio entstünden, sagte ein KNF-Sprecher.

Die RBI sucht derzeit einen Käufer für die Polbank, die ihren Kunden viele Kredite in Schweizer Franken vergeben hat. Zum Jahresende lag deren Volumen bei gut 2,8 Milliarden Euro. Seit der Krise hat die Schweizer Währung jedoch massiv an Wert gewonnen, was die Rückzahlung der Kredite für die Kunden erschwert. Dennoch seien die Ausfallsraten in Polen "sehr gering", weil die Bank dort nur an Kunden mit hoher Bonität Franken-Kredite vergeben habe, sagte Sevelda.

Der Polbank-Verkauf ist Teil eines konzernweiten Schrumpfkurses der RBI, um die ausgedünnte Kapitaldecke aufzupolstern. Im Zuge dessen will die Bank ihre Kosten bis 2017 "noch einmal um 600 Millionen Euro reduzieren und so zwischen Ende 2013 und 2017 rund 900 Millionen Euro einsparen", wie Sevelda sagte. Fusionen der einzelnen Raiffeisen Landesbanken erwarte er nicht. "Ich bin mir nicht so sicher, dass ein Sektorumbau kommt, und Zusammenlegungen von Landesbanken halte ich für außerordentlich unwahrscheinlich", sagte er dem Blatt.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma