Raiffeisen KAG spürt Rückenwind bei nachhaltigen Veranlagungen

Wien (APA) - Die Raiffeisen Kapitalanlagegesellschaft (Raiffeisen KAG) spürt Rückenwind bei nachhaltigen Veranlagungen. "Es gibt ein anderes Verständnis bei den Kunden. Es ist ihnen nicht mehr egal, was mit ihrem Geld passiert", sagte Geschäftsführer Dieter Aigner im APA-Gespräch. Nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers vor zehn Jahren habe das Thema nachhaltiges Investieren Rückenwind bekommen.

Die Gründe für das gestiegene Interesse an nachhaltiger Veranlagung - also der Berücksichtigung von ökologischen, gesellschaftlichen und unternehmenspolitischen Kriterien bei Investitionsentscheidungen - liegen laut dem Anlageexperten in der schon länger anhaltenden Nachhaltigkeitsdebatte, bei der die Themen Klimawandel oder beispielsweise das Thema Wasser im Mittelpunkt stünden. Auch das Migrationsthema habe damit zu tun, oder der Diesel- und Abgasskandal. Zudem gebe es einen Trend weg von Globalisierung hin zur Bündelung von nationalen und regionalen Kräften. Diese Themen seien inzwischen auch in der Politik angekommen.

"Die Klimaziele sind ohne Finanzindustrie nicht erreichbar", ist Aigner überzeugt. Es gehe ihm vor allem darum, Veränderungen zu initiieren. Innerhalb der Raiffeisen-Gruppe gebe es bereits ein Grundsatzpapier, das auch der Frage nachgehe, wie diese Ziele operationalisiert werden können, wo deren Nutzen liege und welche Auswirkungen es auf das Image des Unternehmens habe. Es gehe bei dem Thema nachhaltiges Investieren aber auch darum, auf die Unternehmen einzuwirken, in die investiert werden soll. Als Kapitalanlagegesellschaft, die treuhändig Gelder ihrer Kunden verwaltet, gehe es darum, Verantwortung zu übernehmen, anstatt bloß allein auf Gewinnmaximierung zu achten. In diesem Zusammenhang werde es auch zu neuen Fondskategorisierungen kommen. Zum Beispiel sage die Bezeichnung "Internationaler Aktienfonds" zu wenig über dessen Nachhaltigkeit aus. Auch bei der Ausschreibung von Fondsmandaten spielten diese Themen eine immer größere Rolle, so Aigner.

Eine besondere Herausforderung in diesem Zusammenhang sei die Messbarkeit und Vergleichbarkeit von nachhaltigen Investitionen. Kernthema Verantwortung und somit die Unternehmensführung und dabei die moralisch-ethische Frage: was ist gut, was ist schlecht. "Es geht immer um Bewertungen", so Aigner. Und solche Fragen seien nicht immer eindeutig zu beantworten, es gebe auch immer einen Graubereich, wo dann abgewogen werden müsse. "Am Ende muss man sich aber positionieren", so Aigner.

Insgesamt sei bei diesem Thema auch die europäische und österreichische Politik gefordert. In Europa sei die DACH-Region - mit Deutschland, Österreich und der Schweiz - federführend bei nachhaltigen Veranlagungen. "Schade" findet Aigner in diesem Zusammenhang, dass die vormals europäische Ratingagentur für Nachhaltigkeit, oekom research, unter US-Einfluss gekommen ist - sie gehört seit März dieses Jahres als "ISS-oekom" zum Institutional Shareholder Services (ISS).

Derzeit machen die von der Raiffeisen KAG nach nachhaltigen Kriterien gemanagten Investmentfonds mit einem veranlagte Vermögen von rund 3 Mrd. Euro rund 10 Prozent des gesamten Fondsvolumens aus. Aufgrund der großen Nachfrage nach nachhaltigen Fonds seien keine Renditenachteile für die Anleger zu erwarten, betont Aigner.

Nachhaltigkeit soll zum Schwerpunktthema der KAG werden. Bis 2030 soll im Zuge der Raiffeisen-Nachhaltigkeitsinitiative der Anteil klimafreundlicher Produkte und Dienstleistungen mindestens 25 Prozent am jeweiligen Portfolio betragen. In Kundenveranlagungen soll die Emission von Treibhausgasen um mindestens 25 Prozent reduziert werden.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro