RAG drosselt Investitionen wegen Förderzins und billigem Öl

Wegen des in Österreich erhöhten Förderzinses und des anhaltend niedrigen Ölpreises kürzt die EVN-Tochter RAG ihre Investitionen und Kosten und geht mit neuen Projekten verstärkt nach Deutschland. Die heimische Produktion der Rohöl-Aufsuchungs-AG wird heuer sinken, sagte Generaldirektor Markus Mitteregger zur APA. Voriges Jahr stagnierte sie noch bei 222 Mio. m3 Gas und 135.000 Tonnen Öl.

Sowohl der - sogar rückwirkend - angehobene heimische Förderzins als auch der gegenüber den drei Jahren davor praktisch halbierte Ölpreis stellten "längerfristig einen gewissen Dämpfer dar", so Mitteregger, würden "aber nicht den Tod der Ölförderung" bedeuten. 50 US-Dollar pro Fass seien für manche Projekte zu wenig, "manches rechnet sich erst wieder bei besseren Preisen". Allerdings habe man historisch "auch schon mit 10 Dollar auskommen" müssen.

Zu dem per Anfang 2014 erhöhten Förderzins, der die RAG mit einem einstelligen Mio.-Betrag mehr belastet - die OMV um eine zweistellige Mio.-Summe zusätzlich - hofft Mitteregger auf eine Einsicht der heimischen Politik. "Es wäre schön, wenn der österreichische Staat hier umdenken würde", sagte er zur APA. Norwegen etwa handle umgekehrt, dort sinke der Förderzins.

Die Investitionen drosselt die RAG heuer um zirka 35 Prozent - von 68 auf 44 Mio. Euro. Die Gelder fließen mittlerweile ausschließlich in die Öl- und Gasförderung, denn der Speicherausbau ist seit Frühjahr 2014 abgeschlossen. Seit damals stehen bei der EVN-Tochter rund 5,7 Mrd. m3 Speicherkapazität bereit, womit die RAG in Europa der viertgrößte technische Speicherbetreiber ist. Zusätzlichen Speicherbedarf wird es für die RAG, deren Geschäft zu rund 70 Prozent darauf basiert (der Rest Öl- und Gasproduktion) nicht geben. Die Speicher würden aber immer wichtiger, da die europäische Inlandsproduktion stärker sinke als der Eigenverbrauch.

"Wir konzentrieren uns jetzt auf die Öl- und Gasproduktion im Inland und Ausland und darüber hinaus auf die Automatisierung der Ölproduktion, also Produktionstechnologien", so der RAG-Chef. Neue Projekte verlagere man jetzt nach Deutschland. Dort sucht man an zwei Stellen in Bayern sowie auch im Bundesland Brandenburg nach Öl. In Brandenburg bei Berlin geht es um das selbe geologische Umfeld wie in Polen, "da haben wir die Seismik gemacht und ein besseres Gefühl, wo wir bohren sollen". In Bayern wagt man sich mit neuer Technologie an vor Jahrzehnten aufgegebene Ölfelder und hofft auf Treffer.

In einem Fall - bei Waldkraiburg in Oberbayern - ist der Bohrstart für Ende 2016 geplant. Tätig ist man auch weiter im Westen Bayerns, mit Wintershall, dem größten deutschen Öl- und Gasproduzenten. In Südungarn kooperiert man mit der serbischen NIS, dort wurde man 2014 mit Öl fündig und erhofft konkrete Auswertungsergebnisse für die nächsten Wochen.

2014 erhöhte sich der RAG-Umsatz von 421,9 auf 479,4 Mio. Euro - vor allem durch geplante höhere Speicherumsätze. Der Betriebserfolg (EBIT) gemäß IFRS lag mit 104,3 Mio. Euro um 8,6 Prozent tiefer. Das Ergebnis nach Steuern sank leicht von 75,0 auf 73,4 Mio. Euro, wie auch aus der am Donnerstag im "Amtsblatt" der "Wiener Zeitung" publizierten Bilanz hervorgeht.

Stark gestiegen - um die Hälfte von 440 auf 670 Mio. m3 - ist 2014 das Tradingvolumen. Damit habe man Marktmöglichkeiten genutzt, die sich wegen der Verunsicherung durch die Ukraine/Russland-Krise ergeben hätten. "Jede Verunsicherung erzeugt Nachfrage, lässt die Preise und damit auch die Handelstätigkeit steigen", so Mitteregger: "Wir haben angesichts dessen die Chancen genutzt, sofort etwas nachzuliefern."

Die RAG steht zu 50,025 Prozent im Eigentum des niederösterreichischen Energieversorgers EVN AG. 29,975 Prozent werden von der E.ON Ruhrgas E&P GmbH und je 10 Prozent von der Steirische Gas-Wärme GmbH und der Salzburg AG gehalten.

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