Radkersburger Metall-Spezialisten nach Insolvenz mit Millionenauftrag

Vor rund zweieinhalb Jahren war die südsteirische Radkersburger Metallwarenfabrik mit rund 150 Mitarbeitern insolvent und konnte nur durch einen Sanierungsplan gerettet werden. Nun hat das Unternehmen die letzte Quote bezahlt und sich neu aufgestellt: Der Familienbetrieb hat sich Sanierer Erhard Grossnigg mit seinen Partnern ins Boot geholt. Zuletzt zog man einen 28-Mio.-Euro-Auftrag an Land.

Die Unternehmen firmiert nun unter dem Namen Radkersburger Metal Forming (rm) und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter. Der Umsatz lag eigenen Angaben zufolge 2015 bei rund 14,2 Mio. Euro (2014: 15,5). Man sei zwar noch nicht am Stand vor der Insolvenz, aber der Auftrag eines Luxusautomobilherstellers soll die Blechspezialisten wieder ein Stück weiter an die alte Form bringen, schilderte der neue Geschäftsführer Wolfgang Kaltenegger am Dienstag im APA-Gespräch. Die Insolvenz hatte zum Vorteil der rm keinen Kundenwegfall bedeutet: "Der größte Teil blieb und sie haben uns auch bei der Sanierung unterstützt. Damit haben wir die schwierige Zeit überstanden", so der Geschäftsführer.
Grossnigg und seine Partner sowie auch die Familie Merlini haben frisches Kapital in die Gesellschaft eingebracht. Die Eigentumsverhältnisse haben sich nach der Insolvenz geändert: Merlini gehören noch 49 Prozent des Unternehmens, Grossnigg und Partner 51 Prozent. Der Umsatz für 2016 soll in etwa bei dem von 2015 liegen, für 2017 werden die Zahlen von 2014 angepeilt. Der 28-Mio.-Euro-Auftrag ist für die Dauer von acht Jahren ausgelegt und soll im kommenden Jahr zu einem "Umsatzhoch" führen, erklärte Kaltenegger. Mit dem aktuellen Mitarbeiterstand sei der Betrieb derzeit gut ausgelastet, etwa zehn Lehrlinge werden ausgebildet.
Für die Zukunft will sich das Unternehmen vor allem auf zwei Branchen spezialisieren: Medizintechnik und Automobile. Schon bisher fertigte die rm Teile für Medizintechnikhersteller - etwa Metallgefäße für Blutzentrifugen. Für die Medizin seien laut Kaltenegger spezielle Anforderungen gegeben wie zum Beispiel besonders glatte Oberflächen. Das erfordere vor allem Genauigkeit.
Im Automobilbereich haben die Radkersburger vor rund zwei Jahren den Großauftrag des Luxusautobauers an Land gezogen. Seither wurden die geforderten Luftfederkomponenten entwickelt und Prototypen gebaut: "Mitte Dezember läuft nun die Produktion der Teile an", schilderte der Geschäftsführer.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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