Quartalsgewinn bei Kapsch TrafficCom um 62 Prozent eingebrochen

Wien (APA) - Beim börsennotierten Mautanbieter Kapsch TrafficCom ist im ersten Quartal 2018/19 der Nettogewinn um 62,3 Prozent auf 2,5 Mio. Euro eingebrochen. Der Gewinn je Aktie lag bei 21 (Vorjahr: 52) Cent. Ein Grund dafür waren Währungsverluste, es gab aber auch Projektverschiebungen. Deshalb hatte das Unternehmen schon Ende Juli seinen Ausblick für das Wirtschaftsjahr 2018/19 gesenkt.

"Die Ergebnisse des ersten Quartals sind zwar schwächer als ursprünglich erwartet", schrieb der Vorstand am Donnerstag. "Wir haben keine substanziellen Aufträge verloren", so Vorstandschef Georg Kapsch, "sondern es gab aus unterschiedlichen Gründen, die bisweilen außerhalb unseres Einflussbereichs lagen, bei einigen Projekten Differenzen zwischen dem geplanten und dem aktuellen Projektfortschritt." Die Auftragslage sei weiter positiv. Zudem stehe bis Ende 2018 die Vergabe einer Reihe von Großprojekten an.

Ein Streit um den Mautbetrieb tobt wie berichtet gerade in Tschechien: Dort hat Kapsch TrafficCom das derzeitige elektronische Lkw-Mautsystems errichtet und betrieben, aber bei der neuen Ausschreibung nicht den Zuschlag bekommen. Das tschechische Verkehrsministerium erteilte dem slowakisch-tschechischen Konsortium SkyToll/CzechToll den Auftrag, wogegen Kapsch Einspruch einlegte. Die Wettbewerbsbehörde UOHS hob dann im Mai 2018 die Vergabe des milliardenschweren Auftrags auf. Nach tschechischen Medienberichten von gestern, Mittwoch, will die tschechische Wettbewerbsbehörde die Aufhebung der Ausschreibung zurückziehen und neuerlich prüfen.

Wie Kapsch heute zum Quartalsbericht erläuterte, hätten "zeitliche Verschiebungen innerhalb von Bestandsprojekten" im ersten Quartal zu einem Umsatz- und Ergebnisrückgang geführt. Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,7 Prozent auf 158,2 Mio. Euro gesunken. Da damit auch Deckungsbeiträge noch nicht in die Ergebnisse eingeflossen seien, sei das Betriebsergebnis (EBIT) um 39,3 Prozent auf 7,1 Mio. Euro zurückgegangen.

An einem Gemeinschaftsunternehmen in Sambia wurde die Beteiligung aufgestockt. Im Mai 2018 erhöhte Kapsch TrafficCom seinen Anteil an Intelligent Mobility Solutions Ltd auf 51 Prozent. Das hieß in der Folge, dass Kapsch das Gemeinschaftsunternehmen seit heuer kontrolliert und vollkonsolidiert.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018