Prozess um Pleite der KTG Agrar - Millionen-Schadenersatz gefordert

Hamburg (APA/dpa) - Zwei Jahre nach der Pleite des deutschen Agrarkonzerns KTG Agrar verhandelt das Hamburger Landgericht in einem Zivilprozess über Schadenersatz-Ansprüche gegen ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte.

Am Donnerstag kommender Woche werde die Klage des Insolvenzverwalters Stefan Denkhaus gegen acht Führungskräfte des im Juli 2016 pleitegegangenen Unternehmens verhandelt, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" über den bevorstehenden Prozess berichtet. Der Verwalter wirft den Managern Insolvenzverschleppung vor, durch die Gläubiger geschädigt worden seien. Noch nach der Erlangung der Insolvenzreife hätten sie Zahlungen an einzelne Gläubiger geleistet. Insgesamt fordert Denkhaus nach Angaben des Gerichtssprechers rund 189 Mio. Euro von den Beklagten.

Bei der Hamburger Staatsanwaltschaft laufen auch strafrechtliche Untersuchungen wegen des Vorwurfs der Insolvenzverschleppung gegen ehemalige Manager der KTG Agrar. In diesem Zusammenhang hatten Ermittler am 25. April Wohnungen und Geschäftsräume von ehemaligen Vorständen durchsuchen lassen. Unter den 13 Beschuldigten war auch ein ehemaliges Aufsichtsratsmitglied.

Betroffen waren 19 Objekte in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Bayern. Dabei sichergestellte Unterlagen und Datenträger seien in der Auswertung, sagte der Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag. "Die Ermittlungen dauern an und werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen."

KTG Agrar hatte 800 Mitarbeiter und mehr als 46.000 Hektar bewirtschafteter Fläche vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Das börsennotierte Unternehmen hatte Anfang Juli 2016 einen Insolvenzantrag gestellt. Im Oktober desselben Jahres beschlossen die Gläubiger, KTG Agrar abzuwickeln. Große Teile der einstigen Firma übernahm die Gustav-Zech-Stiftung aus Bremen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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