ProSiebenSat.1-Chef holt zum Abschied Partner für Digitalsparte

München/Unterföhring (APA/Reuters) - ProSiebenSat.1 schließt zum Abschied seines Vorstandschefs eine weitere Baustelle: Der Fernsehkonzern präsentierte am Donnerstag - und damit Monate früher als ursprünglich erwartet - einen Teilhaber für sein boomendes Digitalsegment. Der Finanzinvestor General Atlantic steigt zu 25,1 Prozent bei der Sparte ein, um dieses Geschäft gemeinsam mit ProSiebenSat.1 auszubauen.

Bereits am Vortag hatte der Aufsichtsrat die Nachfolge des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Thomas Ebeling geregelt: An die Spitze rückt der frühere Chef des Staubsaugerherstellers Dyson Max Conze.

General Atlantic beteiligt sich an den Internetportalen des Fernsehkonzerns wie Verivox, Parship und Jochen Schweizer. Die Partner legten dem Deal nun einen Unternehmenswert von 1,8 Mrd. Euro zugrunde, mehr als ursprünglich erwartet. Den Kaufpreis, den General Atlantic an ProSiebenSat.1 zahlt, wollte eine Sprecherin des TV-Konzerns nicht beziffern. Die Sparte, die unter dem Namen Nucom firmiert, habe kein Geld erhalten. Als Teil der Vereinbarung stockt Nucom ihre Anteile an mehreren Internetportalen auf. Zu den Verkäufern zählt der Finanzinvestor Oakley Capital.

Ziel sei die europaweite Fortentwicklung der Sparte mit verschiedenen Vertriebskanälen für Verbraucher-Dienste und Lifestyle-Marken. Das Bündnis sei der "Startschuss für den Portfolioausbau", erklärte Ebeling, der am Donnerstag seinen letzten Arbeitstag bei ProSiebenSat.1 hat. Der Deutschlandchef von General Atlantic, Jörn Nikolay, sprach von einem "Portfolio mit starkem Wachstumspotenzial", dessen strategische Entwicklung der Investor mit seiner Expertise vorantreiben wolle. General Atlantic hat bereits gemeinsam mit dem Verlagskonzern Axel Springer dessen Internet-Geschäft ausgebaut. Der Finanzinvestor hält Beteiligungen an internationalen Digitalunternehmen wie Uber, Airbnb und Delivery Hero ("Lieferheld") und ist in Deutschland Miteigentümer des Busbetreibers Flixbus.

Das Geschäft mit Internetportalen war im abgelaufenen Jahr erneut der wichtigste Wachstumstreiber von ProSiebenSat.1. Der Umsatz der Sparte schoss um 28 Prozent in die Höhe und überschritt damit erstmals knapp die Schwelle von 1 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn (bereinigtes Ebita) legte um 23 Prozent auf 221 Mio. Euro zu. Damit steht dieses Segment für ein Viertel des gesamten Konzerngeschäfts.

Der Umsatz der Gruppe kletterte 2017 um 7 Prozent auf knapp 4,1 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn stieg um drei Prozent auf gut eine Milliarde Euro, der bereinigte Überschuss legte ebenfalls um 3 Prozent auf 550 Mio. Euro zu. Dabei half kurz vor Jahresende auch ein Schlussspurt im Fernsehwerbegeschäft, das für knapp die Hälfte der Konzernerlöse steht. ProSiebenSat.1 erhöht die Dividende um 3 Cent auf 1,93 Euro je Aktie.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker