ProSiebenSat.1 hat weitere Vergleichsportale auf dem Einkaufszettel

Unterföhring - Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 ist weiter auf Einkaufstour. Die Kasse für weitere Übernahmen sei mit einer halben Milliarde Euro gut gefüllt, erklärte der Vorstand am Donnerstag in Unterföhring bei München. Nach dem Kauf des Strompreis-Portals Verivox sei ProSiebenSat.1 auf der Suche nach weiteren Vergleichsportalen als Ergänzung.

Eine mögliche Fusion mit Axel Springer, von der Insider berichtet hatten, ist bis auf Weiteres abgesagt. Die beiden Medienkonzerne hatten am Mittwoch verkündet, die Möglichkeiten für eine lose Zusammenarbeit in der Digitalbranche auszuloten. Sie schauten sich jetzt einzelne Digital-Firmen an, in die sie gemeinsam investieren könnten, sagte ProSiebenSat.1-Digitalvorstand Christian Wegner.

Das Kerngeschäft, das klassische Werbefernsehen, wächst ordentlich, der Zuschauermarktanteil erreichte mit fast 30 Prozent sogar den höchsten Wert seit zehn Jahren - aber Fernsehwerbung erbringt inzwischen nur noch 64 Prozent des Umsatzes. Die Digitalsparte wächst dagegen zweistellig - und hier vor allem das Geschäft mit Internet-Portalen wie Billiger-Mietwagen.de oder Weg.de. Insgesamt kletterten Umsatz und Gewinn der Sendergruppe im zweiten Quartal auch durch Zukäufe im Internet-Bereich kräftig.

Im Juni übernahm die Sendergruppe die Mehrheit an Verivox. Vorstandschef Thomas Ebeling erklärte, das Fernsehen "ist der Motor unseres Digitalgeschäfts und bietet uns die Möglichkeit, Produkte mit geringen finanziellen Aufwendungen bei einem Millionenpublikum zu vermarkten".

Ob er auch die Scout24-Gruppe mit ihren Immobilien- und Auto-Portalen kaufen und damit zum Beispiel Springers Immowelt Konkurrenz machen will, ließ Ebeling offen. Zukäufe oder Zusammenschlüsse, die den gesamten Konzern umwandeln würden, erwäge man derzeit nicht. Trotz mehrerer Käufe - darunter der Online-Sexshop Amorelie, der Parfumhändler Flaconi und ein Vermarkter von Youtube-Stars in den USA - stieg die Verschuldung nicht.

Zu Fragen, ob ProSiebenSat.1 selbst zum Übernahmeziel werden könnte und wie das Management darauf reagieren würde, schwieg Ebeling. Das Unternehmen ist überwiegend in Streubesitz. Häufig sind kleinere Investoren zu einem Verkauf ihrer Anteile zu überreden, wenn ein Bieter genug Geld auf den Tisch legt.

Das solide Wachstum könnte ProSiebenSat.1 für Käufer attraktiv machen. Im zweiten Quartal steigerte der Medienkonzern seinen Umsatz um 12 Prozent auf 773 Mio. Euro. Der Betriebsgewinn stieg um 8 Prozent, unterm Strich legte der Gewinn um fast ein Drittel auf 118 Mio. Euro zu.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker