ProSieben dealt mit Warner: Netflix die Stirn bieten

Berlin - ProSiebenSat.1 und Warner Bros. haben ihren Rahmenlizenzvertrag verlängert. Der am Freitag in Berlin bekanntgemachte Deal zwischen dem nach der RTL-Sendergruppe zweitgrößten deutschen privaten TV-Konzerns und dem größten Hollywoodstudio soll ProSiebenSat.1 die Film- und Serienversorgung für die nächsten Jahre im analogen TV sichern und auch für den stark wachsenden digitalen Markt Vorrat liefern.

Über die Laufzeit, das Rechte-Volumen und vor allem über den Preis der Vereinbarung haben die Partner Stillschweigen vereinbart. ProSiebenSat.1 dürfte angesichts starker Nachfrage aus der analogen Fernsehwelt und auch von der digitalen Konkurrenz wie Amazon oder Netflix, die Ware für die Nutzung im Netz brauchen, kräftig zur Kasse gebeten werden. Aus Senderkreisen ist zu hören: "Es war nicht billig."

Sicher ist: Die ProSieben-Senderkette wird mit vielen Serien wie "Gotham", "I Zombie", "Big Bang Theory" oder "The Flash" versorgt, auch neue Kinoproduktionen aus dem Hause Warner wie "Pan", "Moby Dick" oder "San Andreas", "Batman vs. Superman", "Tarzan" und "King Arthur" landen bei der Münchner TV-Kette. Außerdem gehört die Film-Trilogie "Fantastic Beasts and where to find them", die auf dem gleichnamigen Roman von Joanne K. Rowling basiert, zum Volumen.

Die Filme sind nicht nur made in Hollywood. Warner beteiligt sich auch an deutschsprachigen Kino-Highlights, die Stars wie Til Schweiger und Matthias Schweighöfer als Zugpferd haben. Zum Beispiel "Honig im Kopf" mit Schweiger (fast sieben Millionen Kinobesucher bisher) und "Der Nanny" mit Schweighöfer (knapp 1,3 Millionen). In Vorbereitung sei, wie Schweighöfer am Freitag sagte, der Film "Der geilste Tag" mit zwei jungen Männern, die auf den "geilsten Tag" hinleben, um sich dann zu erschießen.

Auch ein Gemeinschaftsprojekt mit Warner ist die Inszenierung von Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg" mit Devid Striesow in der Hauptrolle. Der Pilgerfilm soll um Weihnachten herum in die Kinos kommen. Die Verwertung bleibt wie bisher üblich: zuerst Kino, dann das analoge TV, schließlich die digitale Plattform. Auch dort hat ProSiebenSat.1 dem Hollywoodkonzern mit Maxdome eine Abspielstation zu bieten.

Doch die Konkurrenz im Netz ist stark. Konzerne wie Amazon oder Netflix bedrängen die klassischen "Player". "Es nervt schon, alles andere wäre gelogen", sagte ProSiebenSat.1-Chefeinkäufer Rüdiger Böss. "Die schmeißen mit Geld um sich, das macht alles nicht leichter. Unser Vorteil ist aber: Wir haben alles in einer Hand." Wolfgang Link, Vorsitzender der Geschäftsführung bei ProSiebenSat.1, assistierte: "Wir bedienen mit unseren Sendern jedes Geschlecht, jede Altersgruppe und bieten somit jeder Serie einen würdigen Sendeplatz."

ProSiebenSat.1 macht aber deutlich, dass die alteingesessene Senderkette mit aller Macht ins Netz stürmt. Bis 2018 wolle sie rund eine Milliarde Euro zusätzlichen Umsatz mit digitaler Verwertung erzielen, auch exklusive Produktionen für die Konkurrenz spielen dabei eine Rolle: Die ProSieben-Tochter Red Arrow dreht zum Beispiel Filme für Amazon. Dennoch, so Link: "Das analoge TV bleibt Massenmedium Nummer eins in Deutschland."

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht