Post-Hauptversammlung kürt neuen Aufsichtsrat

Die Hauptversammlung der teilstaatlichen Österreichischen Post wählt heute, Mittwoch, einen neuen Aufsichtsrat, aus dessen Mitte dann der neue Aufsichtsratspräsident gekürt wird. Derzeit ist das noch der ehemalige ÖIAG-Chef Rudolf Kemler. Die ÖIAG ist mittlerweile Geschichte, sie wurde Ende März von der ÖBIB abgelöst.

Post-Chef Georg Pölzl musste sich bei der Hauptversammlung in der Wiener Stadthalle entschuldigen lassen, er erlitt einen akuten Bandscheibenvorfall. Seinen Part übernahm Finanzvorstand Walter Oblin, der vor einem gut gefüllten Saal vor allem vor Zuhörern im Pensionsalter sprach.

Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Kemler als Post-Präsident gilt Medienberichten zufolge Ex-Bank-Austria-Chef Erich Hampel. Hampel sitzt bereits in zahlreichen Aufsichtsräten, unter anderem in der Nationalbank. Dem "Kurier" von heute zufolge könnte es aber erstmals eine Frau an die Spitze des Aufsichtsrates schaffen. Das Nominierungskomitee der ÖBIB habe zwei Frauen ausgewählt. Von SPÖ-Seite wurde Edeltraud Stiftinger delegiert, die ÖVP nominierte demnach Herta Stockbauer.

In den Aufsichtsrat gewählt werden soll heute die langjährige Aufsichtsrätin und Rechtsanwältin Edith Hlawati. Weiters stehen auf der Kandidatenliste der gebürtige Deutsche und in der Schweiz wohnende Manager Peter E. Kruse, der Schweizer Chris E. Muntwyler,der Niederösterreicher Markus Pichler, der auf Erfahrungen bei Red Bull und Procter & Gamble verweisen kann. Ebenso aus Niederösterreich kommt Elisabeth Stadler, Generaldirektorin der Donau Versicherung.

Zur Wahl stehen dann noch Edeltraud Stiftinger (Geschäftsführerin Austrian Wirtschaftsservice) und Herta Stockinger (Vorstandsvorsitzende BKS Bank).

Neben Kemler wird heute auch Günter Leonhartsberger sich aus dem Aufsichtsrat verabschieden. Er wird als Nachfolger von Kemler in der ÖBIB gehandelt.

Die Post, die zu 53 Prozent in Staatsbesitz ist, konnte 2014 das Betriebsergebnis (Ebit) um 5,9 Prozent auf 197 Mio. Euro erhöhen. Der Umsatz blieb mit 2,371 Mrd. Euro stabil. Das Ergebnis pro Aktie stieg von 1,82 auf 2,17 Euro, der Cashflow blieb mit 152 Mio. Euro auf Vorjahresniveau.

Der Personalaufwand erhöhte sich um 3,4 Prozent bzw. 36 Mio. Euro. Dieser Anstieg ist laut Post auf die Integration von Distributionsgesellschaften in Deutschland und Anpassungen bei den Personalrückstellungen zurückzuführen. Konzernweit ging die Beschäftigtenzahl um 299 Mitarbeiter auf nunmehr 23.912 zurück. 18.403 davon arbeiten in Österreich.

In den vergangenen fünf Jahren stieg die Ausschüttung der Post AG kontinuierlich von 1,50 auf 1,90 Euro je Aktie. 2013 schüttete die Post für ihren Staatsanteil von 53 Prozent 67 Mio. Euro an den Bund aus. Für 2014 soll eine Dividende von 1,95 Euro vorgeschlagen werden. Zum Ausblick meinte Generaldirektor Pölzl bei der Bilanzpressekonferenz: "Die Österreichische Post geht von einem Anstieg des Konzernumsatzes in der Größenordnung von ein bis zwei Prozent aus. Gleichzeitig wird eine EBITDA-Marge um die 12 Prozent und eine kontinuierliche Verbesserung im EBIT angestrebt."

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