Pirelli - Firmensitz bleibt nach Übernahme durch Chinesen in Mailand

Der italienische Reifenhersteller Pirelli, der im Rahmen einer 7,1 Mrd. Euro schweren Transaktion von einem chinesischen Unternehmen übernommen wird, will seinen Firmensitz in Mailand halten. Auch die Produktion soll in Italien weitergeführt werden. Eine Verlegung des Sitzes aus Italien hinaus könne nur mit den Stimmen von 90 Prozent der Aktionäre erfolgen, teilte Pirelli mit.

Die China National Chemical Corporation (ChemCorp) hatte die Übernahme von Pirelli am Sonntag angekündigt. Die Reifensparte der Chinesen soll in einem ersten Schritt jenen 26,2-Prozent-Anteil übernehmen, den der Investor Camfin an Pirelli hält. In einem zweiten Schritt wird ein Gebot für die restlichen Anteile an dem italienischen Unternehmen gelegt. Im Zuge der Transaktion werden die Pirelli-Aktien vom Kurszettel der Mailänder Börse gestrichen. Durch die Akquisition sichert sich ChemChina auch die Technologie für die Herstellung von Premiumreifen. Pirelli wiederum gewinnt Absatzpotenzial am Wachstumsmarkt China.

"Dieses Abkommen ist eine große Chance für Pirelli. Die strategische Vision von ChemCorp wird Pirelli Weiterentwicklung und Stabilität garantieren. Gemeinsam werden wir eine Gruppe von weltweiter Dimension und einen Marktführer in der globalen Reifenindustrie aufbauen", kommentierte die Nummer eins von Pirelli, Marco Tronchetti Provera, der weiterhin an der Spitze des Konzerns bleibt. Er werde für die Kontinuität im Unternehmen sorgen, hieß es in einer Presseaussendung des Unternehmens.

Camfin befindet sich mehrheitlich in Händen des größten russischen Ölproduzenten Rosneft und einer Holding des Pirelli-Chefs Tronchetti Provera. Weiters sind daran die Bank Intesa Sanpaolo und die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit beteiligt.

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