Philips nimmt Abschied vom Licht: LED-Sparte verkauft

Amsterdam - Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat einen weiteren Schritt zum tief greifenden Umbau gesetzt und einen Teil seiner Lichtsparte verkauft. Über 80 Prozent des Geschäfts mit LED- und Autobeleuchtung werde an die chinesisch-amerikanische Investorengruppe Go Scale Capital abgegeben, teilte Philips am Dienstag in Amsterdam mit.

Der Verkauf soll dem Konzern rund 2,7 Mrd. Euro einbringen und im dritten Quartal abgeschlossen sein.

Im vergangenen Sommer hatte Philips den Abschied vom Licht bereits angekündigt. Das 124 Jahre alte Unternehmen, das mit der Entwicklung der Glühbirne groß geworden war, will sich künftig auf die Gesundheitstechnologie ausrichten. Die Medizinsparte soll mit der Verbraucherelektronik wie Rasierapparate und Zahnbürsten zusammengelegt werden. Die Produktion von TV-Apparaten hatten die Niederländer bereits abgestoßen.

Auch der restliche Teil der Lichtsparte, die etwa komplette Beleuchtungssysteme für Kommunen, Stadien und Büros anbietet, soll verkauft werden - vorzugsweise über den Gang zur Börse. Konzernchef Frans van Houten hofft, dass dies im nächsten Jahr abgeschlossen sein kann.

Der tiefgreifende Umbau wird den mit Schwierigkeiten kämpfenden Konzern aber auch belasten. Die Abspaltung der Lichtsparte wird Philips nach eigenen Angaben bis zu 400 Mio. Euro kosten. 2014 lag der Nettogewinn des Konzerns bei 411 Mio. Euro und damit etwa zwei Drittel niedriger als im Vorjahr.

Während das traditionelle Geschäft mit Glühbirnen und Leuchtstoffröhren schnell schrumpft, ist der Konkurrenzdruck aus Asien bei der LED-Produktion groß. Auch Konkurrent Osram ist unter anderem beim Autolicht aktiv.

Die Niederländer werden noch knapp 20 Prozent der Anteile an der LED- und Autobeleuchtung halten. Auch werden sie weiter Kunde des neuen selbstständigen Unternehmens Lumileds bleiben, kündigte der Konzern an. Aus der Autobranche gehören auch Volkswagen und BMW zu den Abnehmern.

Mit der LED- und Autobeleuchtung, das mit rund 8.300 Mitarbeitern in etwa 30 Ländern aktiv ist, erzielte Philips im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2 Mrd. US-Dollar ( Mrd. Euro).

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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Italien-Budget: Conte plant nächste Woche Treffen mit Juncker