Pharmazeutik-Forschung Graz erhält Anlage für beschichtete Tabletten

Graz (APA) - Das Grazer Research Center Pharmaceutical Engineering GmbH (RCPE) baut an seiner Position als eines der führenden Forschungszentren in der personalisierten Medizin: Die 2017 eröffnete Pilotfabrik wurde um rund fünf Millionen Euro erweitert. Mit der "Consigma CTL 25" können beschichtete Tabletten auch in Kleinmengen hergestellt werden - ideal zur Entwicklung neuer Arzneien und Produktionsprozesse.

Die neue Pulverbeschichtungsanlage wurde am Donnerstag offiziell in Betrieb genommen. Mit ihr können neue, auch personalisierte Medikamente rascher auf den Markt gebracht werden. Bei zunehmenden Antibiotikaresistenzen und Intoleranzen von Patienten setzt die personalisierte Medizin an. Von der Entdeckung pharmazeutischer Wirkstoffkombinationen bis zur Zulassung als serienreifes Medikament vergeht sehr viel Zeit und es fallen hohe Kosten an. Um diesen Vorgang abzukürzen, baute das RCPE die Pilotfabrik, in der seit Mai 2017 auch pharmazeutische Spitzenforschung betrieben wird, zusammen mit Firmen aus der Pharmabranche.

Alle Abläufe können mit einer einzigen Maschine - vom deutschen Maschinenbauer und Marktführers GEA - bewerkstelligt werden. "Mit der neuen Anlage und dem neuen Prozessraum können wir modernste Simulationen, neueste Sensoren und Formulierungen unverzüglich in der Praxis testen und auswerten", sagte Johannes Khinast, wissenschaftlicher Leiter des RCPE, am Donnerstag bei der Präsentation. Nicht zuletzt aufgrund der oft toxischen Inhaltsstoffe stecke die kontinuierliche Herstellung von Medikamenten noch in den Kinderschuhen.

Die kontinuierliche Tablettierungslinie (CTL) ist eine Mehrzweck-Plattform, dafür konzipiert, in einer Kompakteinheit aus Pulver beschichtete Tabletten zu erzeugen. Die Maschine stellt diese Tabletten nicht nur in Produktionsvolumina, sondern auch in Kleinmengen her - für die Entwicklung, die Pilotphase oder auch klinische Studien. Die Herstellungsablauf umfasst Dosierung, Mischen von Rohstoffen, Nass- oder Schmelzgranulation, Trocknung und Kühlung, Tablettierung und schließlich Beschichtung.

Wirtschafts- und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) sagte, das RCPE sei "ein Erfolgsbeispiel für die herausragende Forschungslandschaft in der Steiermark und für die gute Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Die neue Anlage ist nach der Eröffnung der Pilotfabrik 2017 der nächste Meilenstein in der Entwicklung des Zentrums". Für Rektor Harald Kainz hat seine TU mit dem RCPE "ein Vorzeige-Kompetenzzentrum in ihrem Portfolio, auch international extrem gut vernetzt". Thomas Klein, kaufmännischer Leiter des RCPE: "Forschungszentren wie unseres bündeln nicht nur Investitionskapital in der Region, hochwertige Arbeitsplätze stärken auch den Wirtschaftsstandort."

Das RCPE als K1-Kompetenzzentrum finanziert seine Forschungsvorhaben zu drei Viertel aus privaten Aufträgen der Wirtschaft und weist damit den höchsten freifinanzierten Anteil aller Kompetenzzentren in Österreich auf. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde am RCPE ein Umsatz von 13 Mio. Euro erwirtschaftet. Das RCPE befindet sich im Eigentum der TU Graz (65 Prozent), der Karl Franzens Universität Graz (20 Prozent) und der Joanneum Research GmbH (15 Prozent).

(S E R V I C E - Weitere Informationen unter http://www.rcpe.at abrufbar.)

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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