Petrobras mit Milliardenverlust wegen Korruptionsskandal

Der von einem Korruptionsskandal betroffene brasilianische Ölkonzern Petrobras ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Das staatlich kontrollierte Unternehmen verbuchte nach Angaben vom Mittwochabend (Ortszeit) im Jahr 2014 ein Minus von 21,6 Milliarden Reais (umgerechnet 6,7 Milliarden Euro). Davon seien 6,2 Milliarden Reais (1,9 Milliarden Euro) Verlust im Zuge der Korruptionsaffäre entstanden.

Daneben lasteten die niedrigen Öl- und Gaspreise sowie die gesunkene Nachfrage nach Petrochemie-Produkten auf der Bilanz. Petrobras hatte 2013 noch einen Gewinn von 23,6 Milliarden Reais (7,3 Milliarden Euro) erzielt.

Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) hatte sich geweigert, eine erste Fassung der Bilanz zu Jahresbeginn gutzuheißen, weil in dieser die durch illegale Zahlungen verursachten Verluste nicht korrekt verbucht worden waren.

Petrobras und andere Konzerne stehen seit Monaten im Fadenkreuz von Staatsanwaltschaft und Polizei. Es geht um Korruptionsvorwürfe in Milliardenhöhe, bei denen Firmen jahrelang im Gegenzug für Petrobras-Aufträge Schmiergelder gezahlt haben sollen, die zum Teil auch an Parteien flossen. Der Wert der Petrobras-Aktien war 2014 um 37 Prozent gefallen.

Ehemaliger Einkaufsdirektor zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt

Inzwischen ist ein ehemaliger Einkaufsdirektor des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras wegen Veruntreuung und Geldwäsche zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Paulo Costa erhielt am Mittwoch ein reduziertes Strafmaß, weil er sich bereiterklärt hatte, als Zeuge in dem milliardenschweren Korruptionsskandal auszusagen.

Costa und weitere fünf Angeklagte wurden schuldig befunden, bei dem Bau einer Raffinerie in Pernambuco einen unberechtigten Kostenanstieg von anfänglich 2,5 Milliarden Reais (750 Mio. Euro) auf über 20 Milliarden Reais (6 Milliarden Euro) zur eigenen Bereicherung organisiert zu haben.

Der staatlich kontrollierte Konzern soll zwischen 2004 und 2012 illegal auch Gelder an prominente Politiker der Regierungskoalition abgegeben haben. Drei ehemalige Abgeordnete sowie der Schatzmeister der Arbeiterpartei (PT) der Staatschefin Dilma Rousseff befinden sich aufgrund der Aussagen Costas in Haft.

München (APA/Reuters) - Siemens will beim Aufbau einer groß angelegten Produktion von Lithium-Ionen-Batterien in Europa helfen. Der deutsche Industriekonzern beteiligt sich mit 10 Millionen Euro an dem schwedischen Start-up-Unternehmen Northvolt, das dort in den nächsten Jahren eine Batteriefabrik bauen will, wie beide Firmen am Freitag in München mitteilten.
 

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Siemens beteiligt sich an Bau von Batteriefabrik in Schweden

Stuttgart (APA/Reuters) - Daimler könnte vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nach einem Bericht des "Spiegel" zum Rückruf von mehr als 600.000 Dieselfahrzeugen verdonnert werden. Das KBA gehe dem Verdacht nach, dass bei diesen Modellen unzulässige Abschalteinrichtungen die Wirkung der Abgasreinigung manipulierten, berichtete das Magazin am Freitag.
 

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Daimler droht Massenrückruf wegen Diesel

Wien/Sattledt (APA) - Der Diskonter Hofer plant in Maxglan in Salzburg den Bau seiner Osteuropa-Zentrale mit rund 350 Jobs im Endausbau, berichten die "Salzburger Nachrichten" am Freitag. Hintergrund für den Neubau sei, dass der derzeitige Hofer-Bürostandort mit 170 Mitarbeitern aus allen Nähten platze. Der neue Bürokomplex mit über 10.000 Quadratmetern Nutzfläche soll einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.
 

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Diskonter Hofer plant Osteuropa-Zentrale in Salzburg mit 350 Jobs