Personalisierte Medizin: 25 Mio. Euro für Biomarker-Forschung in Graz

Graz - Viele Medikamente wirken bei einigen Patienten gut, bei manchen aber auch gar nicht oder mit Nebenwirkung. Genaue Diagnostik auf molekularer Ebene mittels Biomarker und präzise angepasste Therapie sollen dem entgegenwirken. Dem österreichischen Kompetenzzentrum für Biomarkerforschung CBMed in Graz stehen bis 2018 dafür rund 25 Millionen Euro zur Verfügung, 13 Mio. Euro steuert die Industrie bei.

Die individualisierte Medizin zielt darauf ab, die Wirksamkeit medizinischer Behandlungen zu verbessern - durch gezieltere Diagnostik von Erkrankungen und ihren Varianten, sowie den Einsatz von maßgeschneiderten Therapieverfahren, hieß es am Montag im Pressegespräch des neuen K1-Kompetenzzentrums für Biomarkerforschung in Graz. Forscher versuchen, sich immer näher an die biochemischen Ursachen von Erkrankungen heranzutasten: Sie wollen im Genom, im Stoffwechsel oder im Mikrobiom von Menschen biologisch messbare Indikatoren (Biomarker) ermitteln, die Aussagen zu molekularen Fehlsteuerungen und Entwicklungen zulassen. Das soll eine immer spezifischere Diagnose von Erkrankungen und ihren Varianten ermöglichen.

So lasse sich mittlerweile schon sagen, dass ein und dieselbe Krebsform in einem Organ sehr unterschiedliche Auslöser haben, die wahrscheinlich unterschiedlich behandelt werden müssen, schilderte der wissenschaftliche Geschäftsführer des CBMed, Thomas Pieber. Andererseits könnten aber auch Krebserkrankungen in unterschiedlichen Organen dieselben genetischen Auslöser haben, sagte der Grazer Mediziner. Ziel der Forschung sei es, u.a. durch präzisere Klassifizierung von Tumorerkrankungen zielgerichteter eine Diagnostik und entsprechende Therapiekonzepte zu entwickeln.

Vision der Forscher in Graz ist es auch, Volkskrankheiten wie Diabetes, Hepatitis oder Herz- und Lebererkrankungen gezielter behandeln zu können, bzw. Risiko-Vorhersagen zu treffen. Neben ihrem Einsatz in der Diagnostik will man Biomarker auch bei der Beurteilung von Krankheitsverläufen und zur Bewertung des Erfolges von Therapien heranziehen. Dafür werden in Graz in Kooperation mit Industriepartnern neue Technologien für die personalisierte Medizin entwickelt und angewendet. Auf lange Kooperation baut u.a. die Partnerschaft mit dem deutschen Profil Institut für Stoffwechselforschung in Neuss: Es forscht gemeinsam mit den Grazer Experten an Biomarkern zur Messung der Leberfunktion sowie im Bereich Diabetes und Adipositas, wie Geschäftsführer Tim Heise am Montag schilderte.

Das Grazer CBMed steht im Eigentum der Med-Unis in Graz und Wien, der TU Graz, Universität Graz, dem Joanneum Research und dem Austrian Institute of Technology und hat zu Jahresbeginn seine Tätigkeit aufgenommen. Das Konsortium besteht aus 22 wissenschaftlichen und 33 Industriepartnern wie beispielsweise dem deutschen Medizintechnik-Unternehmen B. Braun, das mit CBMed an der Weiterentwicklung seiner Infusionssysteme forscht. Weitere Partner sind u. a. Becton Dickinson, Eli Lilly, Merck Serono, schilderte der wirtschaftliche Geschäftsführer, Robert Fasching. Im Rahmen der Kooperationsverträge hätten die Partner aus der Industrie bereits die 13 Millionen Euro zugesagt.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht