Pekinger Automesse wird zur Leitmesse der Branche

Peking (APA/AFP) - China ist der größte Automarkt der Welt und die Pekinger Automesse ist nach Einschätzung von Experten zur wichtigsten Ausstellung der Branche geworden. Das Land ist Vorreiter bei den großen Trends wie SUV und Elektroautos, und auch die einheimischen Autobauer holen rasend schnell an Qualität und Marktmacht auf.

Gleichzeitig versprach Peking kurz vor dem Messestart am Mittwoch Erleichterungen beim Marktzugang für ausländische Hersteller.

Wie die chinesische Regierung in der vergangenen Woche ankündigte, sollen bis 2022 alle Autohersteller auf dem chinesischen Markt komplett eigenständig agieren dürfen. Bis jetzt mussten sie Joint Ventures mit einheimischen Herstellern schließen, an denen sie maximal die Hälfte der Anteile halten durften. Für E-Auto-Hersteller soll diese Regelung noch heuer kippen, für Nutzfahrzeughersteller 2020. Außerdem kündigte der chinesische Staatspräsident Xi Jinping "substanzielle" Zollreduzierungen für importierte Autos an.

Das wird als beschwichtigendes Signal an den US-Präsidenten Donald Trump gedeutet, der China wegen der in seinen Augen unfairen Handelspraktiken mit Strafzöllen belegte. Deutsche Autohersteller wie Daimler oder Volkswagen gaben sich nach der Ankündigung aus China zunächst zurückhaltend - sie wollten die Veränderungen genau analysieren, hieß es stattdessen.

Greifbarer ist eine Änderung, die die Branche vergangenes Jahr in Aufregung versetzte: China führt ab 2019 eine zehnprozentige Elektroauto-Quote ein. Chinesische Autohersteller wie auch ausländische Marken stellen deshalb eine große Fülle an elektrifizierten neuen Modellen vor.

Sinnbildlich dafür steht etwa die elektrische Version des VW Tiguan, dessen Weltpremiere Volkswagen nach Peking verlegt hat. Der Tiguan ist aber auch ein Beispiel für sportliche Geländewagen (SUV) als die aktuell beliebteste Fahrzeugkategorie. Zwei von fünf in China verkauften Autos sind SUV - und drei von fünf SUV wurden von einheimischen Herstellern gebaut. Chinesen kaufen gerne bei ihnen, weil sie günstiger sind.

Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Essen-Duisburg glaubt, dass China die Industrieführerschaft übernimmt. In einer Analyse vom Montag schreibt er, dass die Chinesen den "Schlüssel zum Elektroauto" besitzen, weil sie über große Rohstoffvorkommen und Forschungszentren für Batteriezellen verfügen.

Außerdem beschleunige Chinas autoritäres Regierungssystem die Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen, während sie beispielsweise in den USA durch Regulierung und Anwälte ausgebremst werde.

Dudenhöffer glaubt, dass das Wachstum des chinesischen Marktes noch lange anhalten wird. 2025 werden laut seiner Prognose dort 34,5 Millionen Neuwagen verkauft - vergangenes Jahr waren es 24,2 Millionen. Damit wird China dann ein Drittel des Weltmarkts darstellen. "Die Chinesen definieren immer stärker die Regeln des Autogeschäfts", schreibt Dudenhöffer.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die deutsche Commerzbank verfolgt ihre Pläne für eine europäische Onlinebank nicht weiter. "Wir haben inzwischen entschieden, das Projekt Copernicus nicht fortzuführen", sagte Privatkundenchef Michael Mandel in einem im Intranet der Commerzbank veröffentlichten Interview, das die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte.
 

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Deutsche Commerzbank gibt Pläne für europäische Onlinebank auf

Berlin (APA/Reuters) - Europa muss sich im internationalen Zahlungsverkehr angesichts des Konflikts über die Iran-Sanktionen nach den Worten des deutschen Außenministers Heiko Maas unabhängiger von den USA machen.
 

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Maas: Europa im Zahlungsverkehr unabhängiger von USA machen

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