Paradiso-Prozess - Staatsanwalt forderte Schuldsprüche

Im Paradiso-Prozess am Landesgericht Klagenfurt hat der Staatsanwalt am Dienstagnachmittag Schuldsprüche für alle Angeklagten gefordert. Die Angeklagten bekannten sich der Untreue nach wie vor nicht schuldig.

Dem Staatsanwalt Andreas Höbl zufolge sollen der Werber Gernot Rumpold, die Ex-Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer, Günter Striedinger und Gert Xander sowie ein Ex-Hypo-Prokurist und zwei Söhne des Künstlers Ernst Fuchs im Zusammenhang mit einem Kredit in der Höhe von 7,5 Mio. Euro für einen geplanten, aber nie realisierten Wiener Kunstpark Untreue begangen haben. Den beiden Fuchs-Söhnen wird zusätzlich grob fahrlässige Benachteiligung der Gläubigerinteressen vorgeworfen. In diesem Fall haben sich die beiden schuldig bekannt.

Aus der Sicht des Anklägers hat das Beweisverfahren ergeben, dass der Kredit missbräuchlich vergeben wurde und die Bewilligung im Kreditkomitee nicht vertretbar war, daher sei sie missbräuchlich, weil ohne Sicherheiten erfolgt. Das es sei allen klar gewesen.

Dabei sind für ihn Xander, Striedinger und der Ex-Prokurist unmittelbare Täter, Kulterer als damaliger Konzernvorstand, die Fuchs-Söhne und Rumpold Bestimmungstäter. Der Kreditwunsch komme von oben und sei oben entschieden worden, das sei bekannt gewesen, sagte er in Richtung Kulterers.

Die Angeklagten hätten einen Totalausfall des Kreditbetrags bewusst in Kauf genommen, führte der Ankläger aus. Es sei mit der Devise gehandelt worden: "Vielleicht geht es gut, aber wenn nicht, spielt es auch keine Rolle", sagte der Staatsanwalt. Ein wissentlicher Befugnismissbrauch sei somit erwiesen.

Es habe sich um eine riskante Kunstfinanzierung gehandelt, mit der die Hypo keinerlei Erfahrung gehabt habe. Da die Projektwerber in Wien keine Finanzierung bekommen hätten, habe Rumpold angeboten, seine politischen Verbindungen zu nutzen.

Höbl stützte sich auch auf die Aussage des Belastungszeugen, eines ehemaligen Hypo-Mitarbeiters, der sich in seiner Einvernahme durch die Soko Hypo als "Erfüllungsgehilfe" bezeichnet, diese Aussage aber in der Hauptverhandlung revidiert hatte. Weiters begründete der Ankläger seine Vorwürfe auch mit der Expertise des Gutachters, der zusätzliche Sicherheit für notwendig erachtet hatte.

Nach dem Staatsanwalt waren die Verteidiger mit ihren Plädoyers an der Reihe, mit einem Urteil wurde für den Abend gerechnet.

Zürich/Tokio (APA/Reuters) - Die japanische Hitachi verhandelt einem Zeitungsbericht zufolge mit ABB über den Kauf von Teilen oder der ganzen Stromnetz-Sparte des Schweizer Elektrokonzerns. Die Verhandlungen seien in einem ziemlich fortgeschrittenen Stadium, schreibt die "Financial Times" (Montagsausgabe) mit Verweis auf Insider. Es sei allerdings nicht sicher, ob sich die Parteien auch einigten.
 

Newsticker

Hitachi will ABB-Stromnetz-Sparte kaufen - Zeitung

Wien (APA) - Klein, flink, umweltfreundlich - und mitunter störend. Die zum Verleih angebotenen, elektrisch angetriebenen Tretroller sorgen in Wien für Ärger bei manchen Passanten. Vor allem in der Innenstadt ist die Bezirksvorstehung immer wieder mit Beschwerden konfrontiert. Nun hat man mit Betreibern geredet, die erste Maßnahmen angekündigt haben. Sie schränken etwa das Parken ein.
 

Newsticker

Leih-Scooter in Wien - Anbieter schränken Nutzung partiell ein

Ingelheim/Darmstadt (APA/dpa) - Ein Balancierband zwischen Bäumen, Sitzsäcke, darum herum mehrere Hütten: Das seit rund einem Jahr bestehende digitale Labor "BI X" bei Boehringer Ingelheim sieht gar nicht wie das Gelände eines Pharma-Unternehmens aus. Dort, wo früher die Gästekantine untergebracht war, basteln nun IT-Fachleute an neuen Produktideen - jenseits von Pillen oder Kapseln.
 

Newsticker

Tablette und Tablet - Pharmakonzerne basteln an digitaler Zukunft