"Paradiso"-Prozess - Staatsanwalt führte Anklagevorwürfe aus

Klagenfurt/Wien - Im Paradiso-Prozess am Landesgericht Klagenfurt wirft Staatsanwalt Andreas Höbl den Angeklagten Untreue in mehreren Fällen vor. Durch drei Kreditvergaben ohne entsprechende Sicherheit in den Jahren 2004 und 2005 soll der Hypo Bank Alpe Adria ein Schaden in Gesamthöhe von rund 15 Mio. Euro entstanden sein, erklärte Höbl in seinem Anklagevortrag am Dienstag.

So sollen die Hypo-Manager wissentlich ihre Befugnis missbraucht haben und der "vermögenslosen Paradiso-Privatstiftung ohne Sicherheit" einen "unvertretbaren" Millionenkredit bewilligt haben. Der Bank entstand ein Schaden in Höhe von 7,2 Mio. Euro, führte der Ankläger aus. Gert Xander habe den Kredit im internen Kontrollausschuss genehmigt, Günther Striedinger soll die Summe im Kreditkomitee bewilligt haben.

Wolfgang Kulterer wird vorgeworfen, als Vorstandsvorsitzender die Hypo-Manager zur Kreditvergabe bestimmt zu haben. Gernot Rumpold soll im Rahmen eines Agenturvertrags beim verstorbenen Landeshauptmann Jörg Haider dafür interveniert haben. Mit dem Geld hätte ein Kunstpark in Wien geschaffen werden sollen, der jedoch nie gebaut wurde. Rumpold soll eine Kreditprovision bekommen haben.

Den Kreditnehmern und Projektbetreibern, einem Sohn und eine Stiefsohn des Künstlers Ernst Fuchs, wird grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen durch ihre Führung des Projekts "Paradiso" vorgeworfen. Sie hätten etwa keine geschäftlichen Aufzeichnungen geführt. Zu diesem Vorwurf bekannten sie sich im Vorfeld des Prozesses schuldig, nicht jedoch zum Vorwurf der Untreue.

Der "ebenfalls vermögenslosen", kroatischen "Jadranski d.o.o." soll wiederum ein Kredit in Höhe von 6,3 Mio. Euro ausgezahlt worden sein. Rund 1,1 Mio. Schaden soll durch die Vergabe eines Betriebsmittelkredits an die kroatische "Heli Compania" entstanden sein. Zum ersten Kredit ist Striedinger angeklagt, zum zweiten Striedinger und Kulterer. Die "Paradiso"-Finanzierung wird allen sieben Angeklagten vorgeworfen.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro