Panama kämpft um seinen internationalen Ruf

Panama kämpft um seinen internationalen Ruf

Die Regierung von Panama kämpft nach der Enthüllung Tausender möglicher Scheinfirmen um den internationalen Ruf des Landes. Präsident Juan Carlos Varela kündigte nach einem Telefonat mit seinem französischen Amtskollegen Francois Hollande eine diplomatische Offensive an.

Der Mitbegründer der nach eigenen Angaben aus dem Ausland gehackten Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, Ramon Fonseca, beteuerte am Samstag einmal mehr, nur legale und international übliche Geschäfte betrieben zu haben. In El Salvador ließen die Behörden eine Niederlassung der Kanzlei durchsuchen.

Ein Recherche-Netzwerk von Medien international berichten seit einer Woche über Hunderttausende Firmen, die Mossack Fonseca für wohlhabende Kunden auf der ganzen Welt in Steueroasen gegründet hat. Darunter sollen fast 130 Politiker sowie zwölf ehemalige und amtierende Staatschefs sein. Frankreich hat angekündigt, Panama erneut auf seine Schwarze Liste von Steueroasen zu setzen. Zudem steht das Land auf der entsprechenden Liste der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Die panamesische Regierung hatte Frankreich zunächst mit Gegenreaktionen gedroht. Am Freitagabend sagte Präsident Varela zwar, der Schritt der französischen Regierung sei "falsch und unnötig": "Aber zuerst setzen wir auf Diplomatie, Dialog und Kooperation." Sein Finanzminister werde kommende Woche nach Paris reisen. Dort ist auch der Hauptsitz der OECD. Zuvor hatte Hollande Varela aufgefordert, mit den französischen Ermittlungsbehörden zu kooperieren. Dem französischen Finanzministerium zufolge verweigert Panama bisher weiter die Herausgabe von Informationen wie die Hintermänner von Konten.

"Wir haben in 40 Jahren 250.000 Firmen gegründet"

In einer Serie von Interviews bemüht sich auch die Kanzlei Mossack Fonseca seit einigen Tagen um ihren Ruf. "Wir machen nichts anderes als Tausende Anwälte rund um die Welt", sagte Fonseca der deutschen "Bild"-Zeitung: "Wir gründen Firmen und Treuhandfonds. Das sind völlig legale Geschäfte. Und normale in einer Welt, in der niemand mehr Geschäfte unter dem eigenen Namen betreiben möchte." Die Bücher der Kanzlei seien offen: "Wir haben in 40 Jahren 250.000 Firmen gegründet." Diese Firmen würden für diverse Zwecke verwendet, "in 99,99 Prozent der Fälle für gute". Wenn jemand mit der gegründeten Firma etwas Unrechtmäßiges machen sollte, liege die Verantwortung nicht bei seiner Kanzlei.

Mossack Fonseca betreibt weltweit Niederlassungen. In El Salvador wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dokumente und Computer beschlagnahmt. Briefkastenfirmen können etwa zur Steuerhinterziehung oder zur Geldwäsche eingesetzt werden.

Politiker unter Druck

Die Panama Papers haben etwa auch den britischen Premierminister David Cameron in Erklärungsnot gebracht, ebenso Sportfunktionäre und Banken, die ihre Kunden an Mossack Fonseca vermittelt haben. In Island trat Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson zurück, nachdem im Zuge der Enthüllungen Details über die Geschäfte seiner Frau mit isländischen Bankaktien bekanntgeworden waren. Im Parlament überstand die Regierung unter dem Nachfolger Sigurdur Ingi Johannsson am Freitagabend ein Misstrauensvotum: Die Koalition erhielt 38 Stimmen. Für den Antrag der Opposition votierten 25 Abgeordnete. Im Herbst soll aber neu gewählt werden.

In Russland nahm unterdessen überraschend der Magnat Alexander Lebedew Präsident Wladimir Putin gegen den Verdacht in Schutz, über Offshore-Firmen seiner Freunde Geld ins Ausland zu schaffen. "Putin träumt nachts nicht von Jachten, und er häuft auch nicht heimlich Reichtümer an", sagte Lebedew dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Ihm geht es um Macht, nicht um Geld." Lebedew ist Miteigentümer der regierungskritischen Moskauer Zeitung "Nowaja Gaseta", die zum internationalen Rechercheverbund gehört, der in den Dokumenten von Mossack Fonseca den Namen des Putin-Freundes Sergej Roldugin aufspürte. Über die Offshore-Firmen des Cellisten seien zwei Milliarden Dollar (1,76 Mrd. Euro) geflossen, womöglich zum Nutzen von Putin, hieß es in Berichten, die Putin zurückgewiesen hat.

Los Gatos (APA/Reuters) - Das Filmportal Netflix hat mit seinen Abonnentenzahlen die Märkte enttäuscht und seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Der mit Produktionen wie "House of Cards" oder "Orange is the new black" bekannte Streamingdienst gewann nach eigenen Angaben vom Montag im zweiten Quartal auf dem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer hinzu, international waren es 4,47 Millionen.
 

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Filmportal Netflix enttäuscht - Aktie auf Talfahrt

Wien (APA) - Bei der Telekom Austria ist das Nettoergebnis im 2. Quartal wie erwartet durch eine Markenwert-Abschreibung von 112,5 Mio. auf 58,0 Mio. Euro gedrückt worden. Ohne diesen Effekt im Ausmaß von 72,4 Mio. Euro wäre das Nettoergebnis um 15,9 Prozent gestiegen.
 

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Telekom Austria: Abschreibung drückte Ergebnis im 2. Quartal

Washington (APA/Reuters) - US-Notenbankchef Jerome Powell sieht die US-Wirtschaft trotz der Gefahr eines ausufernden Handelsstreits weiter im Aufwind. Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte Powell am Dienstag in seiner halbjährigen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats.
 

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Fed-Chef sieht US-Konjunktur trotz Handelsstreit optimistisch