Panama Papers: - Mossack Fonseca mit acht Büros in China und Hongkong

Panama Papers: - Mossack Fonseca mit acht Büros in China und Hongkong

Peking - Die panamaische Finanzkanzlei Mossack Fonseca unterhält acht Büros in China und Hongkong - und damit mehr als in jedem anderen Land. Die Kanzlei, die durch die "Panama Papers"-Enthüllungen in die Schlagzeilen geraten ist, hat laut ihrer Website Büros in den Finanzzentren Shanghai und Shenzhen, den Hafenstädten Qingdao und Dalian, aber auch in Provinzstädten wie Jinan, Hangzhou und Ningbo.

Wie der "Guardian" berichtete, stammen die meisten Eigentümer der von Mossack Fonseca betriebenen Briefkastenfirmen aus China, der zweitgrößte Anteil aus Hongkong. Von den "Panama Papers"-Enthüllungen, die von der "Süddeutschen Zeitung" angestoßen wurden, sind mindestens acht frühere oder aktuelle Mitglieder des Ständigen Komitees des Politbüros der Kommunistischen Partei betroffen. Die chinesischen Medien haben bisher die Enthüllungen weitgehend ignoriert.

Die sozialen Medien in China wurden von Hinweisen darauf gereinigt, während ausländische Sender wie der BBC geblockt wurden, als sie über die Enthüllungen berichteten. Die "Global Times", die der Kommunistischen Partei nahesteht, bezeichnete die Berichte als Teil einer Kampagne der "Desinformation" westlicher Staaten. Die Zeitung erwähnte keine der Vorwürfe gegen chinesische Politiker und konzentrierte sich auf die Enthüllungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Das Geschäftsmodell der Kanzlei Mossack Fonseca

Die panamaische Kanzlei Mossack Fonseca steht im Zentrum der Enthüllungen der "Panama Papers". Das Unternehmen soll zahlreichen Politikern, Sportlern und Prominenten dabei geholfen haben, ihr Vermögen in Briefkastenfirmen zu parken.

Die Kanzlei gründet Kapitalgesellschaften in Belize, den Niederlanden, Costa Rica, Großbritannien, Malta, Hongkong, Zypern, den Britischen Jungferninseln, Bahamas, Panama, Anguilla, den Seychellen, Samoa und den US-Bundesstaaten Nevada und Wyoming. Diese verkauft sie vor allem an Zwischenhändler, meist Banken, Anwälte, Treuhänder oder Vermögensberater, die sie an ihre Endkunden weitergeben.

Bisher hat Mossack Fonseca nach eigenen Angaben über 240.000 Gesellschaften gegründet. Sie nutzt dafür niedrige Steuersätze in bestimmten Ländern und für ihre Kunden günstige Doppelbesteuerungsabkommen aus. Die Kanzlei bietet auch Verwaltungsdienstleistungen für die Kapitalgesellschaften an. Als Geschäftsführer zahlt sie beispielsweise die jährliche Registergebühr. Der eigentliche Besitzer der Gesellschaft bleibt anonym.

Nach eigenen Angaben überprüft Mossack Fonseca mit erheblichem Aufwand seine Kunden im Rahmen eines Due-Diligence-Verfahrens, um schwarze Schafe auszusortieren. Außerdem müssten sich die Klienten verpflichten, gegen sie gerichtete Ermittlungen zu melden. Verstoßen Kunden gegen die Firmenrichtlinien oder nationales Recht, würde die Kanzlei die Geschäftsbeziehung beenden.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

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Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

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Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

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Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab