Grüne fordern Strafen für Banken im Briefkastenbusiness

Grüne fordern Strafen für Banken im Briefkastenbusiness

Österreich sollte über Sanktionen gegen Finanzdienstleister nachdenken, die mit Briefkastenfirmen Geschäfte machen. Man könnte ihnen die Geschäfte sperren oder sogar die Lizenzen entziehen, sagte der Grüne Abgeordnete Werner Kogler. "Wenn Banken Servicestellen sind für die Verschleierungsindustrie, dann können sie hart angefasst werden."

Kogler kann sich aber auch vorstellen, Staaten mit Sanktionen zu belegen, die zur Verschleierung beitragen. "Die Bundesregierung geriert sich als Vorreiterin im Kampf gegen Steuerbetrug, aber nur durch internationalen Druck ist etwas weitergegangen", so Kogler.

Die Kernfrage sei, wozu man überhaupt Briefkastenfirmen bzw. Offshoregeschäfte brauche, bei denen die wirtschaftlich Berechtigten nicht mehr feststellbar sind, sagte Budgetsprecher Bruno Rossmann in der gemeinsamen Pressekonferenz. Selbst wenn diese legal sein sollten, seien sie demokratiepolitisch und aus Gesichtspunkten der Steuergerechtigkeit fragwürdig.

Österreich sollte sich "auf europäischer Ebene zur Speerspitze im Kampf gegen Steuerbetrug machen". Rossmann wünscht sich international ein öffentliches Register mit allen wirtschaftlich Berechtigten und eine Erfassung aller Wertpapier- und Aktieninhaber "ähnlich einem Grundbuch". Multinationale Firmen sollten länderweise ihre Umsätze, Mitarbeiter und Steuerpflichten ausweisen. Auch bei der Finanztransaktionsteuer wünscht sich Rossmann mehr Fortschritte.

Auf nationaler Ebene könne Österreich rasch ein öffentliches Register mit allen wirtschaftlich Berechtigten schaffen. Auch mehr Transparenz bei Privatstiftungen wäre wünschenswert, die vierte Geldwäscherichtlinie könnte vorgezogen werden, sagte Rossmann.

In die gleiche Kerbe schlagen Attac, das VIDC und die Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz (KOO) in einer gemeinsamen Aussendung heute Mittwoch: Die Panama-Leaks "zeigen, wie dringend notwendig öffentliche Register der wirtschaftlich Begünstigten von (Briefkasten-)Firmen, Trusts und Stiftungen weltweit sind. Ohne diese bleibt die Öffentlichkeit weiterhin auf Whistleblower und geleakte Geheimdokumente angewiesen, um den dringend nötigen Druck für überfällige politische Veränderungen zu erzeugen", schreiben sie. Österreich müsse sich international für die Offenlegung der Begünstigten intransparenter Konstruktionen einsetzen und im Inland Medien und der Zivilgesellschaft den vollen öffentlichen Zugang ermöglichen.

Der internationale Informationsaustausch müsse verbessert werden, da die ab 2017 geltenden OECD-Regeln etwa von Ländern wie Panama und den USA nicht angewendet werden und da zahlreiche ärmere Länder davon ausgeschlossen seien, weil sie nicht die Kapazität zur Aufbringung der Informationen hätten.

Wiesbaden (APA/dpa) - In Deutschland ist unter den Bundesländern ein Streit um die Strafzahlung des VW-Konzerns in Höhe von einer Milliarde Euro wegen des Abgasskandals entbrannt. Das Land Hessen hat nun die Aufteilung des Milliardenbußgeldes unter den Ländern gefordert. Gezahlt hat Volkswagen die Milliarde an das Land Niedersachsen, das maßgeblich am Konzern beteiligt ist.
 

Newsticker

Deutsche Bundesländer streiten um VW-Milliarde

Athen (APA/Reuters) - Die Finanzminister der Euro-Länder wollen die Auszahlung von Milliardenmitteln an Griechenland nach dem Auslaufen des dritten Rettungsprogramms im August an Reformauflagen knüpfen. Insgesamt 4,8 Mrd. Euro bis 2022 sollten nur dann gezahlt werden, wenn die Athener Regierung sich an die Bedingungen eines sogenannten Überwachungsprogramms halte, heißt es in einem Dokument der Eurogruppe.
 

Newsticker

Euro-Länder planen reformabhängige Zahlungen an Griechenland

Berlin/Menlo Park (APA/Reuters) - Facebook will Falschmeldungen auf seiner Plattform weiter erschweren. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern werde bis Jahresende von derzeit 14 auf weitere Länder ausgedehnt, kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Donnerstag an. Zudem fänden in nunmehr vier Ländern Tests zur Überprüfung von Fotos und Videos statt.
 

Newsticker

Facebook will schärfer gegen Falschmeldungen vorgehen