Palfinger legte wieder Rekordergebnis vor - und sieht Chancen im Iran

Das Betriebsergebnis stieg im 1. Halbjahr um 30 Prozent - Zukäufe werden zurückgefahren. Einen Hoffnungsmarkt sieht Palfinger im Iran, wo nach dem Atom-Deal die Aufhebung der internationalen Wirtschaftssanktionen geplant ist.

Der Salzburger Kranhersteller Palfinger hat einmal mehr eine Rekord-Halbjahresbilanz präsentiert. Der Ausblick für das heurige Jahr bleibt aufrecht, der Fokus liegt weiterhin auf Nordamerika, China und dem Segment Marine. In Europa liegt die Auslastung derzeit bei 80 Prozent, sehr schwach lief das Geschäft in Südamerika. Die Zeit der vielen Zukäufe ist vorbei, so Konzernchef Herbert Ortner.

Innerhalb Europas gab es ein Plus unter anderem in Österreich und Tschechien, während Deutschland schwächelte. Sehr zufrieden ist Ortner mit dem russischen Markt, hier habe es sich voll ausgezahlt dass Palfinger in allen Märkten vor Ort produziert. Daher sei das Unternehmen nicht von den Wirtschaftssanktionen gegen Russland betroffen - ganz im Gegenteil, man profitiere sogar davon. Große Hoffnungen setzt Ortner in das Joint Venture mit dem russischen Lkw-Konzern Kamaz, der am Heimatmarkt klar die Nummer 1 ist.

Einen zentralen Markt der Zukunft sehen die Salzburger in China. Die anziehenden Lohnkosten würden dazu führen, dass Handarbeit verstärkt durch Maschinen ersetzt wird. Sehr gut angelaufen sei auch das Segment Marine mit einem Umsatzplus im 1. Halbjahr von 16 Prozent. Ziel sei es, unter die Top 3 vorzustoßen. In Europa hat Palfinger derzeit zwar eine Unterauslastung, an einen Mitarbeiterabbau sei jedoch nicht gedacht. In Österreich sei die Mitarbeiterzahl mit knapp 1.300 Beschäftigten seit vielen Jahren stabil. Die Zentrale in Österreich produziert inzwischen kaum mehr, vielmehr ist sie ein Forschungs- und Innovationsstandort.

Palfinger steigerte das Betriebsergebnis (Ebit) im 1. Halbjahr 2015 auf 53,7 Mio. Euro, was einem Plus von 30 Prozent entspricht. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 26 Prozent auf 73,5 Mio. Euro, der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 606,2 Mio. Euro. Der operative Cash Flow legte um knapp zehn Millionen Euro auf 37,6 Mio. Euro zu, die Eigenkapitalquote blieb stabil bei 42,1 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet Ortner - wie prognostiziert - einen Umsatzzuwachs von zehn Prozent.

Die heute präsentierten Zahlen lagen noch über den optimistischen Erwartungen der Analysten. Der Markt dankte es Donnerstagmittag mit einem Kursanstieg gegenüber dem Vortag von 2,24 Prozent auf 27,40 Euro. "Wir sind deutlich stärker gewachsen als der Markt. (...) Wir haben in die richtigen Segmente und Länder investiert", so Ortner am Donnerstag vor Journalisten. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre habe Palfinger 30 Zukäufe und Joint Ventures abgewickelt, dies werde nun zurückgefahren, was auch die Projektkosten reduziere.

Einen Hoffnungsmarkt sieht Ortner im Iran, wo nach dem Atom-Deal die Aufhebung der internationalen Wirtschaftssanktionen geplant ist. Speziell im Kranbereich habe das Land großen Bedarf - und keinen lokalen Produzenten.

Frankfurt/London/Brüssel (APA/Reuters) - Die Regierungskrise in Großbritannien hält Anleger von Engagements an den Aktienmärkten ab. Der Dax schloss am Freitag knapp im Minus mit 11.341 Punkten und auch der EuroStoxx50 gab auf 3184 Zähler nach. Auch die Wiener Börse hat knapp im Minus geschlossen. Der ATX fiel 1,01 Punkte oder 0,03 Prozent auf 3.134,10 Einheiten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones kam ebenfalls kaum vom Fleck.
 

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Brexit-Chaos macht Anlegern weiter zu schaffen

Washington (APA/Reuters) - Die US-Notenbank Fed steuert laut ihrem Vizechef Richard Clarida auf einen Zinssatz zu, der die Konjunktur weder hemmt noch fördert. Sich auf einem solchen "neutralen" Niveau zu bewegen, sei sinnvoll, sagte der Währungshüter am Freitag dem Sender CNBC. Er sei nicht der Meinung, dass die Erhöhungen der Fed zu weit gingen oder zu schnell vollzogen würden.
 

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Vizechef der US-Notenbank für Zinserhöhungen mit Augenmaß

Rom (APA) - Der italienische Premier Giuseppe Conte plant ein Treffen mit EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, um ihm zu erklären, warum Italien an seinem umstrittenen Haushaltsplan festhält. Anfang nächster Woche werde er Kontakt zu Juncker aufnehmen, berichtete Conte am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Rom.
 

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