Ostpartner-Staaten als EU-Handelspartner so wichtig wie Saudi-Arabien

Luxemburg/Riga - Die Europäische Union hat zuletzt fast zwei Prozent ihres Warenverkehrs mit den sechs Ost-Partnerländern abgewickelt, die derzeit beim Gipfel der Östlichen Partnerschaft in Riga vertreten sind. Das Handelsvolumen der EU mit der Ukraine, Moldau, Georgien, Aserbaidschan, Armenien und Weißrussland zusammen entsprach jenem mit Saudi-Arabien, dem elftwichtigsten Handelspartner der Europäer.

Wie aus Daten des EU-Statistikamtes Eurostat weiters hervorgeht, waren die EU-Exporte in die sechs östlichen Anrainerstaaten 2014 mit 33,1 Mrd. Euro rückläufig, nachdem sie 2013 einen Rekordwert von 41,3 Mrd. Euro erreicht haben. Ebenso wie die Ausfuhren erholten sich auch die Importe in die EU nach der Finanzkrise und erzielten 36,7 Mrd. Euro im Jahr 2011. Danach fielen sie aber bis 2014 wieder auf 32,4 Mrd. Euro. Damit war der EU-Handel mit den östlichen Partnerländern 2014 fast ausgeglichen (+0,6 Mrd. Euro).

Wichtigstes Zielland der EU-Exporte ist die Ukraine, auf die im vergangenen Jahr 52 Prozent der Gesamtausfuhren der EU entfielen. Auch bei den Importen nimmt die Ukraine mit einem Anteil von 42 Prozent den Spitzenplatz ein. Dahinter rangiert mit 41 Prozent der Einfuhren Aserbaidschan, das 84 Prozent der EU-Energieimporte aus den östlichen Partnerländern abdeckt. Während die EU 2014 mit Aserbaidschan ein Handelsdefizit von 9,7 Mrd. Euro hatte, erwirtschaftete sie Überschüsse mit Weißrussland (+4,0 Mrd. Euro) und der Ukraine (+3,4 Mrd. Euro).

Mehr als drei Viertel der EU-Exporte sind Industrieerzeugnisse, während die östlichen Partnerländer zu 70 Prozent Primärerzeugnisse wie Lebensmittel, Getränke, Rohstoffe und Energie lieferten.

Gegenüber 2004 hat sich der Warenaustausch mit den sechs Nachbarstaaten im Osten der Europäischen Union mehr als verdoppelt. Von den EU-Ländern exportierten Deutschland und Polen mit 21 bzw. 16 Prozent am meisten in die Region. In Österreich stiegen die Exporte in den vergangenen zehn Jahren von 525 Mio. Euro auf 1,114 Mrd. Euro. Im selben Zeitraum erhöhten sich die Importe von 393 Mio. Euro auf 965 Mio. Euro. Damit verzeichnete Österreich 2014 einen Handelsüberschuss in der Höhe von 149 Mio. Euro.

Mit einer Wirtschaftsleistung von 6000 Euro pro Einwohner ist Aserbaidschan das reichste östliche Partnerland der EU. Dahinter rangieren Weißrussland mit einem BIP pro Kopf von 5800 Euro, die Ukraine (3100), Georgien (2700), Armenien (2600) und Moldau (1700). Die durchschnittliche Wirtschaftsleistung aller sechs Ex-Sowjetrepubliken zusammen entspricht nur 14 Prozent des BIP pro Kopf der EU. Aserbaidschan erreicht dabei etwa das Niveau von Bulgarien.

Gemeinsam kommen die sechs Länder auf eine Bevölkerung von 75,2 Millionen Menschen gegenüber 506,8 Millionen in der EU. In allen östlichen Partnerländern ist die Bevölkerung im Durchschnitt jünger als in der EU. Das Medianalter lag zwischen 29,7 Jahren in Aserbaidschan und 39,7 Jahren in der Ukraine, gegenüber 42,2 Jahren in der EU.

Wien (APA) - Die tschechische Sazka-Gruppe hat vom Bankhaus Schellhammer & Schattera Anteile an der Casinos Austria AG (CASAG) übernommen und ihre Beteiligung damit auf 38,29 Prozent aufgestockt. Der seit längerem bekannte Schritt sei formal abgeschlossen, teilte Sazka am Freitagnachmittag mit.
 

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Sazka hält nun 38,29 Prozent an Casinos Austria

Wien (APA) - Der "Kurier" nennt Details zum Abschlussbericht der "Soko Meinl" zu den Ermittlungen im Anlageskandal rund um die Meinl European Land (MEL) des Bankers Julius Meinl. "Vorbehaltlich gutachterlicher Feststellungen beträgt dem Verdacht nach der Schaden am effektiven Vermögen der Aktionäre (...) 1,69 Milliarden Euro", heißt es im Abschlussbericht, so "kurier.at" Freitagabend.
 

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Causa Meinl European Land - Anlegerschaden von 1,69 Mrd. Euro

London (APA/awp/sda) - Die Billigfluglinie Easyjet zeigt sich im Streit mit der Gewerkschaft SSP/VPOD gelassen. Man habe die Anliegen der Gewerkschaft zur Kenntnis genommen, teilte die Airline am Freitag als Reaktion auf ein Communiqué von deren Seite mit.
 

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Easyjet in Streit mit Gewerkschaft gelassen