Optimismus in Japans Industrie sinkt deutlich

Tokio - Der anziehende Yen und die Sorgen um Chinas Wirtschaft haben die Stimmung in Japans Großindustrie auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren sinken lassen. Der von der Zentralbank in einer Tankan genannten Quartalsumfrage ermittelte Stimmungsindex für die Großindustrie sackte im März auf plus 6 Punkte, nach plus 12 drei Monate zuvor, wie die Bank von Japan am Freitag bekanntgab.

Ein positiver Index bedeutet zwar, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Es ist jedoch das erste Mal seit Juni 2013, dass der Index unter plus 10 liegt. Ökonomen hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet. Der Tankan ist eine Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht.

Die Börse in Tokio reagierte mit deutlichen Abschlägen. Der Nikkei-Index stürzte um 3,55 Prozent auf 16.164,16 Punkte ab. Die Daten könnten nach Ansicht von Analysten den Druck auf die Bank von Japan (BoJ) erhöhen, die geldpolitischen Zügel bei der Sitzung am 28. April weiter zu lockern. Außerdem wird bereits über eine weitere Konjunkturspritze durch die Regierung spekuliert.

Die vom Export abhängigen Unternehmen des Landes bekommen die jüngste Festigung des Yen zu spüren. Um rund sieben Prozent hat die japanische Währung im bisherigen Jahresverlauf zum Dollar angezogen. Dadurch sinken zum einen die im Ausland erzielten Erlöse, zum anderen verteuert eine starke Währung die Kosten für importierte Güter. Aber auch die von der Binnennachfrage abhängigen Unternehmen leiden, denn die Verbraucher halten sich angesichts nur geringer Lohnzuwächse beim Konsum, der in Japan zu 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beiträgt, zurück. So sank der von der BoJ ermittelte Stimmungsindex für die nicht verarbeitenden Unternehmen um 3 auf plus 22 Punkte.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Sorgen um Chinas Wirtschaft wollen die Großunternehmen der Nummer Drei der Weltwirtschaft ihre Investitionen branchenübergreifend im neuen Steuerjahr, das am Freitag begann, im Schnitt um 0,9 Prozent kürzen. Die weiteren Aussichten schätzen die Unternehmen skeptisch ein. So dürfte sich der Stimmungsindex für die Großindustrie in den nächsten drei Monaten weiter auf plus drei und der für die Dienstleistungsunternehmen auf plus 17 weiter verschlechtern, wie aus der Umfrage hervorgeht.

Die BoJ hatte erst im Jänner zur Ankurbelung der Preise und des Wirtschaftswachstums einen Negativzins von 0,1 Prozent eingeführt. Damit sollen Geschäftsbanken - ähnlich wie in der Eurozone - davon abgehalten werden, große Mengen an Geld bei der Notenbank zu parken, anstatt sie als Kredite für Investitionen an Unternehmen zu vergeben. Bisher gab es jedoch keine großen Anzeichen dafür, dass Japans Unternehmen mehr Geld aufgenommen haben. Notenbankchef Haruhiko Kuroda zeigte sich dennoch überzeugt, dass der Negativzins Wirkung auf die Realwirtschaft zeigen werde. Notfalls sei man bereit, weitere Schritte zur Lockerung der Geldpolitik zu ergreifen, hieß es.

Frankfurt/Ludwigshafen (APA/Reuters) - BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.
 

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

Frankfurt (APA/Reuters) - Eine neue Vorschrift zur Bilanzierung droht die Banken zu belasten. Basierend auf Informationen direkt überwachter Geldhäuser, die besser auf die Umstellung vorbereitet seien, betrage die negative Auswirkung auf die harte Kernkapitalquote (CET 1) im Schnitt geschätzte 40 Basispunkte, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mit.
 

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EZB - Neue Bilanzierungsregel knabbert Banken-Kapitaldecke an

Bonn/Frankfurt (APA/dpa) - Die Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite ruft das deutsche Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Preise beim Branchenprimus, der AUA-Mutter Lufthansa, zu prüfen.
 

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Deutsches Kartellamt prüft Lufthansa-Preise nach Air-Berlin-Pleite