Oö. Lebensmittelkonzern Vivatis verkauft Landhof und Loidl an Marcher

Linz/Villach (APA) - Der zur Raiffeisenlandesbank Oberösterreich gehörende Lebensmittelkonzern Vivatis verkauft seine Wurstproduzenten Landhof und Loidl an das Kärntner Schlacht- und Zerlegeunternehmen Marcher. Als Grund werden die "schwierigen Marktbedingungen" genannt. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Das teilte Vivatis in einer Presseaussendung am Dienstag mit.

Vivatis gibt an, dass neben Überlegungen zum Verkauf von Landhof und Loidl zunächst auch andere Alternativen geprüft worden seien. Letztlich habe die Marktsituation mit Überkapazitäten, starkem Verdrängungswettbewerb sowie nationalem und internationalem Kostendruck den Ausschlag für einen Verkauf gegeben, schilderte der Vorstandsvorsitzende von Vivatis, Gerald Hackl. Eine weitere Rolle spiele auch die Rückwärtsintegration im Lebensmitteleinzelhandel - Händler übernehmen die Produktion oft selbst. Mittelfristig erwartet Hackl keine Besserung: "Das Marktumfeld wird wettbewerbsintensiv bleiben, die Komplexität und der Preisdruck werden steigen." Mit vielen Interessenten seien Verkaufsgespräche geführt worden, Marcher habe das beste Angebot abgegeben.

Der geschäftsführende Gesellschafter des Käufers, Norbert Marcher, sieht durch den Erwerb von Landhof und Loidl eine sinnvolle Ergänzung seines bestehenden Produkt- und Markensortiments. Zur Gruppe gehören auch die Erzeuger von Schinken- und Wurstwaren sowie Fertiggerichten Aibler in Oberwaltersdorf in Niederösterreich und Blasko Convenience mit Standort in Bruck an der Mur in der Steiermark. Als Ziel der Akquisition werden die Nutzung von Synergien im Rohstoffbereich genannt und weiters, sich bei der Produktentwicklung, im Vertrieb sowie bei der Spezialisierung der Produktionsprozesse noch weiter zu entwickeln.

Alle Mitarbeiter der Standorte von Landhof in Linz und Loidl in St. Stefan im Rosental sollen von Marcher übernommen, die Marken weitergeführt werden. Landhof erzielte zuletzt mit knapp 180 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 57 Mio. Euro, Loidl mit knapp 120 einen Umsatz von 28 Mio. Euro. Zu den wichtigsten Produkten von Landhof zählen Würstel, Grillprodukte, Brühwurst, Kochschinken, Streichwurst und Kabanossi. Loidl ist spezialisiert auf Salami- und Rohwurst, darunter auch Landjäger, Hauswürstel und Käsewurst.

Die Marcher Fleischwerke sind ein Familienunternehmen. Es ist eines der größten Schlacht- und Zerlegeunternehmen Österreichs mit Hauptsitz in Villach. In der gesamten Gruppe sind rund 1.400 Mitarbeiter tätig. Eine Umsatzzahl wird nicht genannt. Verarbeitet werden jährlich 130.000 Rinder sowie 1 Mio. Schweine. Exportiert wird in 40 Länder auf 4 Kontinenten. Die Vivatis Holding AG zählt mit knapp 2.700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 875 Mio. Euro nach eigenen Angaben zu den größten rein österreichischen Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelbranche. Zu ihren Marken gehören unter anderem Inzersdorfer, Maresi und Gourmet.

Frankfurt (APA/dpa) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnt die Politik davor, Fusionen in der deutschen Bankenbranche voranzutreiben. Er wäre "vorsichtig (...) damit, Zusammenschlüsse politisch zu forcieren. Sie müssen einer betriebswirtschaftlichen Logik folgen", sagte Weidmann dem "Handelsblatt". "Wir haben nicht die Erfahrung gemacht, dass staatliche Einmischung dabei nützlich ist."
 

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Bundesbank-Chef: Politik sollte Bankenfusionen nicht forcieren

London (APA/dpa) - Die Übernahmeschlacht um das britische Medien- und Telekommunikationsunternehmen Sky zwischen dem Murdoch-Konzern 21st Century Fox und US-Kabelkonzern Comcast soll per Auktion entschieden werden. Das teilte die britische Übernahmekommission am Donnerstag mit.
 

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Murdoch gegen Comcast: Auktion entscheidet Sky-Übernahmeschlacht

Frankfurt (APA/Reuters) - Tarifabschluss in der deutschen Chemiebranche: Die 580.000 Beschäftigten bekommen im Schnitt 4,6 Prozent mehr Lohn. Die Einigung sieht Entgeltsteigerungen von 3,6 Prozent vor, wie die Gewerkschaft IG BCE nach Abschluss der zweiten Bundesrunde der Verhandlungen am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das Urlaubsgeld für Vollzeitbeschäftigte soll auf 1.200 Euro verdoppelt werden.
 

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Deutsche Chemiebranche - Löhne steigen im Schnitt um 4,6 Prozent