Onlinehandel sieht dauerhaftes Logistikproblem

Berlin - Die wachsende Paketflut nicht nur zur Weihnachtszeit wird zum Problem: "In Zukunft kann nicht mehr im gleichen Umfang an die Haustür geliefert werden", warnte der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) am Freitag in den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kunden müssten "sich stärker in den Lieferprozess einbringen" - Lösungen wie etwa mehr Abholstationen seien denkbar.

Rund 3,16 Milliarden Sendungen beförderten die Unternehmen des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik im vergangenen Jahr - dazu gehören die großen Anbieter wie DPD, GLS, Hermes oder UPS. In diesem Jahr sei ein Anstieg auf über 3,3 Milliarden Sendungen zu erwarten, teilte der Verband am Freitag mit. Zu Spitzenzeiten wie in der Vorweihnachtszeit werden demnach "deutlich mehr" als 15 Millionen Sendungen pro Tag befördert. In der Weihnachtszeit würden 25.000 zusätzliche Zusteller beschäftigt.

"Wir hatten im Sommer bereits die Spitzenwerte von Weihnachten 2016", sagte BVOH-Präsident Oliver Prothmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im Sommer 2018 könne die Branche dann wieder bei den Spitzenwerten von Weihnachten dieses Jahres landen. "Wir haben dauerhaft ein Logistikproblem", sagte er. "Da muss schnell eine Lösung her."

Prothmann erwartet "wachsenden Unmut aus den Kommunen, weil ständig Fahrstreifen von Paketdiensten blockiert sind". Handel, Logistiker, Kommunen und die Immobilienbranche müssten gemeinsam über Lösungen nachdenken. "Wir erleben, wie Onlinehandel in allen möglichen Bereichen unserer Gesellschaft Auswirkungen zeigt."

Prothmann schlug Abholpunkte für die Empfänger vor. Der Lieferdienst DPD forderte bereits einen privilegierten Zugang seiner Fahrzeuge zu öffentlichen Parkflächen. In einer Studie des Beratungsunternehmens PwC werden auch digitale Lösungsansätze angeregt, etwa die bessere Nutzung von Verkehrsdaten für die Verkehrsplanung und -steuerung durch Datenplattformen oder der Einsatz von Apps zur Information und Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Die Verbraucher selbst sind laut PwC-Umfrage oft unzufrieden mit der Paketzustellung: Jeder Fünfte bemängelt unpünktliche Lieferungen, fast ebenso viele Befragte gaben an, beschädigte Sendungen bekommen zu haben. Verbraucher wünschen sich demnach vor allem pünktliche Lieferungen, die aber nichts kosten sollen, und am besten umweltfreundlich und leise daherkommen - etwa per Elektroauto oder Fahrrad. Das ist den meisten laut der im Oktober veröffentlichten Umfrage sogar wichtiger als eine besonders schnelle Lieferung.

Ratingen/Hongkong (APA/dpa) - Der Modekonzern Esprit will wegen tiefroter Zahlen seine Kosten deutlich senken. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2017/18, das am 30. Juni endete, hatte das Unternehmen mit Firmensitz im deutschen Ratingen und Börsennotierung in Hongkong einen Nettoverlust von rund 2,5 Milliarden Hongkong Dollar (rund 270 Mio Euro) angehäuft, wie das Unternehmen am Dienstag in Hongkong mitteilte.
 

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Rote Zahlen - Modekonzern Esprit will Kosten senken

Los Gatos/Berlin (APA/dpa-AFX) - Der Chef des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, zieht in den Verwaltungsrat des Videostreamingdienstes Netflix ein. Die US-Firma erhoffe sich davon "wertvolle Perspektiven und wichtige Einblicke für den Ausbau und die kontinuierliche Verbesserung unseres weltweiten Angebots", erklärte Gründer und Chef Reed Hastings am Dienstag.
 

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Springer-Chef kommt in Netflix-Verwaltungsrat

Wien (APA) - Grenzüberschreitender Sozialbetrug am Bau ist gang und gäbe. Dem wollen die europäischen Gewerkschaften nun mittels Wettbewerbsbeschwerde in Brüssel einen Riegel vorschieben - zumindest bei der Entsendung von Arbeitskräften innerhalb der EU soll es fairer zugehen. Die Europäische Föderation der Bau- und Holzarbeiter hat heute eine Wettbewerbsbeschwerde an die Europäische Kommission abgeschickt.
 

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Europäische Baugewerkschafter legten bei EU Wettbewerbsbeschwerde ein