OMV hofft auf Projekte im Iran

Wien - Österreichische Firmen wie der Öl- und Gaskonzern OMV hoffen nach der Grundsatzeinigung im Atomkonflikt mit dem Iran auf neue Geschäftschancen in dem rohstoffreichen Land. Nach einer möglichen Lockerung der Sanktionen könnte die OMV etwa das auf Eis gelegte Erdgas-Projekt South Pars wiederbeleben.

"Wir schauen uns die Situation an, aber für eine endgültige Bewertung ist es noch zu früh", sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die OMV hatte 2007 die Absicht bekundet, an der Entwicklung des weltgrößten Gasfeldes South Pars im Persischen Golf mitzuwirken. Auf politischen Druck hin musste der Wiener Konzern aber eine mit der staatlichen iranischen Ölgesellschaft NIOC geplante Zusammenarbeit abblasen. South Pars wird von Katar und Iran beansprucht und ausgebeutet. Die geschätzten Gasreserven bezifferte die OMV damals mit rund 221 Milliarden Barrel. Die Tagesproduktion der OMV lag im vergangenen Jahr bei rund 309.000 Barrel.

Auch die österreichische Wirtschaftskammer sieht nun Chancen für die Zulieferbetriebe im Öl- und Gassektor. "Ich erwarte mir hier in der zweiten Hälfte des Jahres eine deutliche Zunahme der Dynamik in den Wirtschaftsbeziehungen, sollte die Lösung im Atomstreit mit dem Iran endgültig umgesetzt werden", sagte Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft. Die Alpenrepublik verfügt schon jetzt über gute Handelsbeziehungen mit dem islamischen Land. 80 Prozent der Exportprodukte seien von den geltenden Beschränkungen nicht direkt betroffen. 2014 beliefen sich die Ausfuhren in den Iran auf 213,7 Millionen Euro. Die stärksten Exportgüter sind Pharmazeutika, Maschinen und Lebensmittel. Die Österreicher wollen nach einem Fall der Sanktionen eines der ersten Länder sein, die eine Wirtschaftsdelegation in den Iran schicken.

In dem seit zwölf Jahren schwelenden Atomkonflikt gab es in der Vorwoche einen Durchbruch. Die Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrates und Deutschland haben sich mit dem Iran auf Eckpunkte für eine Einigung im Streit über das Atomprogramm des Landes verständigt. Sollte daraus ein endgültiger Vertrag werden, würde der Westen im Gegenzug die Sanktionen lockern beziehungsweise aufheben. Die Strafmaßnahmen lasten schwer auf der iranischen Wirtschaft und haben die Ölexporte des Landes seit 2012 auf etwas mehr als eine Million Barrel pro Tag halbiert.

Der südafrikanische Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese kappt nach seinem Rücktritt als Verwaltungsratschef weitere Verbindungen zu dem angeschlagenen Handelsriesen. Wiese sagte am Freitag den Verkauf der Einzelhandelskette Shoprite an Steinhoffs Afrika-Tochter STAR ohne Angabe von Gründen ab.
 

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Steinhoff-Großaktionär sagt Milliarden-Firmenverkauf ab

Der kriselnde Möbelhändler Steinhoff - Muttergesellschaft von Kika/Leiner - lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und versilbert Anteile an der südafrikanischen Investmentgesellschaft PSG Group. So habe das Unternehmen 20,6 Millionen Aktien oder 9,5 Prozent der Anteile an PSG verkauft, teilte Steinhoff am Freitag mit.
 

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Steinhoff verkauft Anteile an südafrikanischer Investmentgesellschaft

Am Mittwoch ist die Air-Berlin-Tochter Niki pleitegegangen. Noch gibt es eine leise Hoffnung, die Firma zu erhalten. Unterdessen fischen Konkurrenten bereits nach den hoch qualifizierten Niki-Mitarbeitern. Und auch die Kunden können hoffen, dass sie nicht um ihr Geld umfallen. Die deutsche Regierung muss aber einen Teil ihres 150 Mio. Euro schweren Überbrückungskredits für Air Berlin abschreiben.
 

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Niki-Pleite - Chancen für Mitarbeiter und letzte Hoffnung für Firma