OMV-Chef Seele: Erwarten deutlich mehr Produktion im 4. Quartal

Wien (APA) - Obwohl die OMV ihre Gesamtproduktion deutlich gesteigert hat, war das Nettoergebnis im Vergleich dazu "nicht beeindruckend", räumt OMV-Chef Rainer Seele ein. Unterm Strich blieb im zweiten Quartal ein Periodenüberschuss von 276 Mio. Euro. "Das liegt daran, dass die OMV eine deutlich höhere Steuerquote hatte, sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal", sagte Seele am Donnerstag zur APA.

Das Upstream-Geschäft habe zwar von der höheren Produktion und den besseren Preisen profitiert, "aber wir haben im ersten Halbjahr alleine durch den schwächeren Dollar 150 Mio. Euro Währungskursbelastung gehabt".

Das Downstream-Geschäft, also die Raffinerien, habe einen geringeren Beitrag geliefert, weil dort die Marge im ersten Halbjahr von durchschnittlich 5,8 auf 5 Dollar pro Barrel gesunken sei. Auch ein Raffinerie-Stillstand in Rumänien habe stärker belastet als ursprünglich erwartet. "Der reine Produktionsausfall war eine Belastung von 35 Mio. Euro." Darüber hinaus habe man auch durch den Aufbau von Lagerbeständen im zweiten Quartal eine Belastung von 60 Mio. Euro gehabt, diese Ergebnisbelastung im Downstreambereich werde man im Laufe des Jahres wieder abbauen, "dieser Effekt geht dann positiv ins zweite Halbjahr".

Für das zweite Halbjahr sei er sehr optimistisch, sagte der OMV-Chef. "Wir erwarten, wenn wir uns nur die abgeschlossenen Transaktionen des ersten Halbjahres anschauen, eine weitere Produktionssteigerung insbesondere im vierten Quartal. Denn da erwarten wir das Closing in Neuseeland, alleine das sind 30.000 Barrel am Tag." Darüber hinaus erwarte man den Start der Ölproduktion in Abu Dhabi, "das ist in der Plateau-Produktion bis zu 40.000 Barrel am Tag". Beim Gasfeld Aasta Hansteen in Norwegen soll ebenfalls die Produktion beginnen, es soll einen Produktionsbeitrag von bis zu 18.000 Barrel am Tag bringen. "Wenn unsere Vorhersage stimmt - wir gehen in diesem Jahr von einem Ölpreis von 70 Dollar aus - dann wird sich die höhere Produktion natürlich noch stärker auswirken."

Die entscheidende Kennzahl sei für die OMV der operative Cashflow, der im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro gestiegen sei. "Diese 2,3 Milliarden waren ausreichend, um unsere Investitionen von 1,1 Milliarden im ersten Halbjahr zu zahlen, und die OMV konnte aus diesem operativen Cashflow die zwei Ölfelder in Abu Dhabi kaufen, die haben 1,2 Milliarden gekostet."

Durch den Verkauf der OMV Pakistan seien 200 Mio. Euro hereingekommen und die Dividendenzahlungen hätten fast 700 Mio. Euro ausgemacht, davon seien 490 Mio. Euro an die OMV-Aktionäre ausgeschüttet worden, der Rest an andere Kapitalgeber. "Wir wollen bis zum Ende des Jahres den Cashflow so managen, dass wir die Dividende voll aus dem operativen Cashflow bezahlen können."

Die OMV hat derzeit mehrere Baustellen offen, darunter in Rumänien, wo die "Entwicklung zur Zeit nicht sehr erfreulich" sei. Die OMV-Tochter Petrom will im Schwarzen Meer Gas fördern und dieses Gas dann auch exportieren dürfen - da legt sich bisher aber die Politik quer. "Ich kann verstehen, dass sie gewisse Gasmengen auch im eigenen Land verkaufen wollen. Aber wenn das Land zu 100 Prozent aus der heimischen Produktion versorgt wird, dann müssen wir sagen, mehr als 100 Prozent sollte man dem Produzenten nicht auferlegen." Die finale Investitionsentscheidung für das Offshore-Projekt "Neptun" werde man erst dann treffen, wenn man einen verlässlichen Rahmen dafür habe. Das bedeute auch: "Steuersicherheit in Rumänien ist ein Muss."

Beim umstrittenen Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 sei man im Zeitplan und im Budget, sagte Seele. In deutschen Gewässern habe man bereits mit der Verlegung der Rohre begonnen. "Wir warten nur noch auf eine einzige Genehmigung, nämlich aus Dänemark." Von den veranschlagten Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 9,5 Mrd. Euro entfällt auf die OMV ein Zehntel, bisher habe man 465 Mio. Euro gezahlt.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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