OMV-Chef: Rückzug aus Ländern mit Produktion von 20.000 Fass täglich

Der Ölpreisverfall macht der OMV zu schaffen. Laut dem scheidenden OMV-Chef Gerhard Roiss stellt sich der Konzern seit Ende 2014 auf einen Ölpreis um 50 Dollar ein. "Parallel zum Ausbau der großen Förderungen wie eben Norwegen oder Rumänien wird es zu einer Konsolidierung kommen, also zum Rückzug aus kleinen Märkten, die weniger als 20.000 Fass produzieren", sagte er dem Magazin "Forbes Austria".

Für die OMV sei es beim Ölpreis richtig, "ihre Strategie auf eine 50er-Linie auszurichten", über die Jahre sei "ein Anstieg auf 50, 65, vielleicht auch 80 Dollar möglich." Konkrete Länder, wo die OMV überlegt, die Ölförderung einzustellen - da es sonst "für unsere Struktur zu komplex" werde -, nannte Roiss nicht. "Ich möchte jetzt keine Einzelländer erwähnen, da arbeiten Menschen, da muss schonend vorgegangen werden", sagte er im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin.

In seiner Amtszeit hätte Roiss vor allem zwei Dinge anders gemacht: Die OMV-Beteiligung Borealis hätte er mit einer größeren Beteiligung in die Firma integriert. "Auch die Gas-Downstream-Fantasie, an die wir - wie viele andere auch - geglaubt haben, war ein Irrweg".

Nach Konflikten mit den Eigentümervertretern - Republik Österreich und IPIC - endet der Vertrag von Roiss als OMV-Generaldirektor nicht ganz unfreiwillig Ende Juni. Die Personaldiskussion rund um seine Person ist für ihn nicht mit fairen Mitteln geführt worden. "Es wurden bewusst Unwahrheiten gestreut und es wurde mit Schmutz geworfen. Und man weiß, es ist das Gebot der Stunde, zu schweigen", sagte er dem Magazin.

"Es wurde mit anonymen Drohungen agiert, mit Hinweisen auf Flugzeugabstürze, mit MH17 und so weiter. Dass man so weit geht, wenn man jemanden weghaben will, dass man sich so weit versteigt, damit habe ich nicht gerechnet", so Roiss. Warum der Konflikt so weit eskalieren konnte? "Da bin ich der falsche Ansprechpartner", antwortet der OMV-Chef: "Ich will nicht auf das Niveau dieser Auseinandersetzung hinabsteigen."

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte