OMV-Chef will möglichst viel Gas aus Nord Stream 2 für Baumgarten

OMV-Chef Rainer Seele hat am Donnerstag bekräftigt, dass der OMV-Gasknoten Baumgarten an der NÖ-slowakischen Grenze bestmöglich mit neuen Erdgasmengen von der geplanten "Nord Stream 2"-Pipeline abgesichert werden soll. Damit könne man die derzeitige Transitkapazität von Baumgarten von 32 Mrd. m3 jährlich sogar noch anheben, sagte Seele bei einer Tagung in Wien.

Die Nord Stream von Russland über die Ostsee nach Deutschland soll ja bis 2019 um zwei weitere Stränge mit zusammen ebenfalls 55 Mrd. m3 Kapazität ausgebaut werden - das entspricht etwa dem siebenfachen Jahresverbrauch Österreichs. Die ersten zwei Stränge sind seit 2012 in Betrieb. Beim Ausbau ist die OMV mit knapp 10 Prozent dabei, Gazprom mit 51 Prozent.

"Wir werden bis 2019 alles daransetzen, dass diese Kapazitäten in Betrieb gehen können", so Seele bei der Herbsttagung der Österreichischen Gesellschaft für Erdölwissenschaften (ÖGEW). Von Norddeutschland könnten die dort anlandenden Volumina über Tschechien und die Slowakei nach Baumgarten kommen. Am dortigen Central European Gas Hub (CEGH) hält die OMV 65 Prozent.

Größere Markt(liefer)sorgen habe man in Europa aktuell weniger mit Hauptlieferanten wie Russland oder Norwegen bzw. den Niederlanden, sondern mit Nordafrika, womit üblicherweise Südeuropa versorgt wird. Von Nordafrika komme derzeit weniger Gas, deshalb werde mehr aus Russland bezogen. Wegen des möglichen Wegfalls der großen Gasspeichermöglichkeiten in der Ukraine in der ferneren Zukunft im Umfang von 31 Mrd. m3 sollte man sich zur Absicherung "neue Speicherkapazitäten in Europa" überlegen.

Hoffnung auf einen steigenden Gasverbrauch in Europa macht sich der OMV-Chef nicht. Manko sei, dass vor allem der große Hoffnungsmarkt Kraftwerke zur Verstromung verloren gegangen sei, schuld daran sei die europäische Energiepolitik. Die Erneuerbaren könnten die Energieversorgung jedoch nicht allein bestreiten. Würde sich die gesamte EU - so wie neuerdings Großbritannien - aus der Kohleverstromung verabschieden, könnten die EU-CO2-Emissionen um 15 Prozent gesenkt werden.

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