OMV-Aufsichtsrat entscheidet über Zukunft von Vorstandschef Roiss

Wien (APA) - Der Aufsichtsrat des teilstaatlichen Mineralölkonzerns OMV entscheidet am Mittwoch über die Zukunft von Vorstandschef Gerhard Roiss. Ursprünglich war geplant, am 18. März im Aufsichtsrat einen Nachfolger zu ernennen. Denn im Oktober 2014 wurde beschlossen, dass der Vertrag von Roiss vorzeitig aufgelöst wird. Zuletzt formierte sich aber politischer Widerstand gegen die gewichtige Personalie.

Hintergrund ist die bevorstehende Umwandlung der Staatsholding ÖIAG in die ÖBIB GmbH und ein Machtkampf um die OMV sowie gegen Noch-ÖIAG-Chef Rudolf Kemler. SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim sagte vergangene Woche, Kemler habe das Vertrauen des Eigentümers - der Republik, die ihn vorzeitig als ÖIAG-Chef abberuft - nicht mehr. Deshalb solle Kemler als scheidender OMV-Aufsichtsratschef nicht über diese Personalie entscheiden.

Unterdessen berichtet die Tageszeitung "Der Standard" in ihrer Dienstagsausgabe, dass die Weichen gestellt seien und dass sich eine Person herauskristallisiert habe, die mehrheitsfähig zu sein scheine. Es solle sich um einen deutschen Manager handeln, der aus der Branche kommt und über beste Kontakte nach Russland verfügt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf gut informierte Kreise. Im Februar hatte das Wirtschaftsmagazin "Format" aus der Shortlist des Headhunters Korn Ferry zitiert und den Öl-Fachmann Bernhard Schmidt als wahrscheinlichsten Nachfolger genannt.

"Die Presse" schreibt am Dienstag hingegen, dass die SPÖ gerade versuche, die Belegschaftsvertreter im OMV-Aufsichtsrat umzustimmen, um die Personalentscheidung zumindest zu vertagen. Laut der Zeitung hat Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zudem Abu Dhabi persönlich mitgeteilt, dass Österreich es quasi als unfreundlichen Akt empfinden würde, würde das Scheichtum gegen die Interessen der österreichischen Regierung agieren. Der Staatsfonds IPIC hält 24,9 Prozent an der OMV und hat seine Anteile mit den 31.5 Prozent der ÖIAG in einem Syndikatsvertrag gebündelt.

Laut "Kurier" ist noch offen, ob die Neubesetzung am Mittwoch oder erst in einer weiteren Aufsichtsratssitzung in ein oder zwei Wochen entschieden wird. Zwischen ÖIAG und IPIC sollen die Gespräche noch nicht abgeschlossen sein. Der "Standard" brachte zudem erneut das Gerücht ins Spiel, IPIC könnte aus der OMV aussteigen und stattdessen der russische Staatskonzern Gazprom einsteigen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte