OMV - Die Ära Roiss geht zu Ende, Rainer Seele ab morgen OMV-Chef

Wien - Mehr als 17 Jahre lang hat Gerhard Roiss die OMV als Vorstand mit geprägt, seit 2011 stand er sogar an der Spitze eines der wichtigsten Unternehmen in Österreich. Heute geht die Ära Roiss bei der OMV zu Ende - am 1. Juli übernimmt der Deutsche Rainer Seele das Ruder.

Roiss kam 1990 unter dem damaligen Generaldirektor Siegfried Meysel zur ÖMV, die damals noch Österreichische Mineralölverwaltung AG hieß und erst 1995 zur OMV AG wurde. Bald wechselte er in die Geschäftsführung des kurz davor erworbenen Petrochemie-Unternehmens PCD Polymere, dessen Vorstandschef er 1997 wurde. PCD wurde in die später zugekauft Borealis eingebracht - "mein Baby", wie Roiss sagte.

1997 zog Roiss auch in den OMV-Vorstand ein und war für die Bereiche Kunststoffe und Chemie verantwortlich. Ab Jänner 2002 war er Stellvertretender Generaldirektor und leitete die Bereiche Raffinerien und Marketing inklusive Petrochemie.

Im April 2011 folgte Roiss mit 58 Jahren als Vorstandschef Wolfgang Ruttenstorfer nach - die Nachfolge war bereits im März 2009 vom Aufsichtsrat fixiert worden. Ende 2013 wurde sein Vertrag bis zum März 2017 verlängert - doch schon ein Jahr später war alles anders und Roiss nach Ansicht der OMV-Eigentümer nicht mehr als CEO der teilstaatlichen OMV tragbar, sein Vertrag wurde per Ende Juni 2015 aufgelöst. Warum er das Unternehmen vorzeitig verlassen muss, wurde offiziell nie begründet - es hieß lediglich, der OMV-Vorstand sei zerstritten. Das bot viel Raum für Spekulationen, dass Roiss bestimmten Interessengruppen im Wege gestanden sei.

Für Roiss' vorzeitige Ablöse hatte sich auch der damalige Chef der Staatsholding ÖIAG, Rudolf Kemler, stark gemacht. Das sei ein Zeichen von Führungsstärke gewesen, sagte Kemler vor wenigen Tagen im ORF-Radio, "weil die Situation der OMV ganz klar in einer Konstellation war, wo Veränderung notwendig war". Der OMV-Vorstand sei zerrüttet gewesen.

Ende März wurde der Deutsche Rainer Seele zum neuen OMV-Chef bestellt. Er stand bisher an der Spitze des deutschen Öl- und Gasproduzenten Wintershall. Seele wurde für drei Jahre bestellt, mit Verlängerungsoption um zwei Jahre.

Langweilig dürfte Roiss aber nicht werden. Seit April sitzt er als unabhängiges Mitglied im Verwaltungsrat des Schweizer Industriekonzerns Sulzer. "Ich habe sehr viele Angebote in Europa", sagte Roiss vor wenigen Wochen im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. "Ins operative Geschäft gehe ich nicht mehr, ich bin 63", erklärte Roiss. "Ich möchte jetzt einmal genießen, dass ich viele Kanns habe und kein Muss. Das ist ein Luxus, den ich mir leiste."

Als Ziel nannte Roiss, noch einen Marathon zu laufen. Seine Bestzeit sei unter vier Stunden gewesen, "und da war ich stolz drauf".

Brüssel (APA/dpa) - In Europa gelten seit Freitag einheitliche Datenschutzregeln. Nach zweijähriger Übergangsfrist ist die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nun in allen 28 EU-Staaten in Kraft getreten. Sie setze "einen weltweiten Datenschutz-Standard, und darauf können wir alle stolz sein", sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourová am Freitag in Brüssel. "Sie bringt konkreten Nutzen für Bürger ebenso wie für Unternehmen."
 

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DSGVO verbessert Datenschutz - Erste Beschwerden gegen US-Konzerne

Zürich (APA/Reuters) - Der schweizerisch-französische Zementriese LafargeHolcim schließt seine Konzernstandorte in Paris und Zürich und baut 200 Stellen ab. In der Schweiz wolle die Firma die verbleibenden Stellen nach Holderbank zwischen Zürich und Basel sowie ein neues Konzernbüro in Zug verlegen, wie LafargeHolcim am Freitag mitteilte. In Paris würden Funktionen nach Clamart im Südwesten der Stadt verlegt.
 

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LafargeHolcim baut 200 Stellen ab, schließt Büros in Zürich und Paris

Sofia (APA/dpa) - Mehrere EU-Länder stellen die geplante Verlängerung der europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Russland infrage. Nach Angaben der aktuellen bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft wird es aller Voraussicht nach beim nächsten Gipfeltreffen im Juni zu Gesprächen zu dem Thema kommen. "Ich denke, es wird eine harte Diskussion geben", sagte Präsidentschaftsministerin Liljana Pawlowa der dpa.
 

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Mehrere EU-Staaten stellen Sanktionen gegen Russland infrage