Österreichische Lebensmittel im Ausland weniger gefragt

Österreichs Lebensmittelindustrie ist unter Druck. Im Ausland sind heimische Nahrungsmittel heuer im Gegensatz zu 2014 weniger gefragt, der Erfolgsfaktor Osteuropa verliert an Zugkraft, so die Bank Austria am Mittwoch in einem Branchenbericht. Hinzu kommen die sinkenden Erzeugerpreise. Besserung ist erst nächstes Jahr in Sicht.

"Die Lebensmittelproduktion wird 2015 das Ergebnis vom Vorjahr zwar übertreffen und ihren langfristigen Wachstumspfad von durchschnittlich 2 Prozent im Jahr wieder erreichen. Voraussichtlich kann die Branche aber erst 2016 auf Basis einer stärkeren In- und Auslandsnachfrage das stärkere Wachstum absichern", so Bank-Austria-Volkswirt Günter Wolf in einer Aussendung.

In den ersten drei Quartalen 2015 ging der Umsatz der Lebensmittelindustrie leicht zurück. Das seit Sommer massiv verschlechterte Verbrauchervertrauen dämpft laut Bank Austria die Lebensmittelnachfrage im Inland. "Voraussichtlich werden die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 2015 noch unter 1 Prozent steigen und erst 2016 wieder stärker zulegen."

Auch die Auslandsnachfrage fehlt der Lebensmittelindustrie heuer. Im ersten Halbjahr sind die Nahrungsmittelexporte nominell um 1 Prozent zurückgegangen, die Exportauftragslage wird schlecht beurteilt.

In Osteuropa lässt die Nachfrage nach österreichischen Lebensmitteln nach. Zu Beginn hat die Branche überdurchschnittlich von der Osterweiterung profitiert, der Exportanteil in die neuen Mitgliedstaaten ist von 11 Prozent im Jahr 2004 auf 17 Prozent 2014 gestiegen. "Zum Teil beruhten die Exporterfolge auf den Versorgungslücken in den Lebensmittelmärkten, vor allem im Bereich höher verarbeiteter Waren, zum Teil auf dem hohen Restrukturierungsbedarf der lokalen Branchen", erklärte die Bank Austria. Mittlerweile ist aber die Marktsättigung in Osteuropa gewachsen, die Restrukturierung der Lebensmittelbranche vorangeschritten. Von 2011 bis 2014 sind die Lebensmittellieferungen aus Österreich in die osteuropäischen EU-Länder nur mehr um 2,5 Prozent im Jahr gestiegen, in die EU-15-Staaten um 6,4 Prozent jährlich.

Insgesamt gehen mehr als die Hälfte der österreichischen Lebensmittelexporte nach Deutschland und Italien, 8 Prozent in die Schweiz und 15 Prozent in die neuen EU-Mitgliedsländer, davon zwei Drittel nach Ungarn, Slowenien und Tschechien.

Die Nahrungsmittelnachfrage wird wesentlich von der Zahl der Konsumenten bestimmt, und die wächst in ganz Europa schwächer. Zugleich steigt der Anteil älterer Menschen, die wiederum weniger Kalorien brauchen.

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