Österreicher glauben wieder an Investitionen in Russland

St. Petersburg (APA) - Österreich ist beim diesjährigen Internationalen Wirtschaftsforum von St. Petersburg, das am Samstag schließen wird, nur mit einer Handvoll Unternehmen vertreten, überraschend reist dafür Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) am Freitagnachmittag an, bestätigt das Ministerium der APA. Nach Ansicht österreichischer Geschäftsleute machen Investitionen in Russland erneut Sinn.

"Es gibt bei österreichischen Geschäftsleuten den Eindruck, dass die wirtschaftliche Talsohle im vergangenen Herbst erreicht wurde und es wieder Sinn macht, in Russland tätig zu werden", sagte Österreichs Botschafter Emil Brix am Donnerstag zur APA. Einige Unternehmen erzählten derzeit von der Chance auf hohe Gewinnmargen. Die vom russischen Staat verordnete Politik der Importsubstitution führe dazu, dass auch österreichische Unternehmen mit der Produktion in Russland beginnen und dadurch dauerhaft präsent seien.

Ähnlich beurteilt auch Siegfried Wolf, Ex-Chef von Magna und nunmehriger Vorstandsvorsitzender des russischen Automobilkonzerns Russian Machines, die Lage: "Trotz aller Diskussionen glaube ich, dass die russische Wirtschaft schön langsam wieder ins Lot kommt und dass Russland seine Märkte uns Europäern und Österreichern wieder zur Verfügung stellen wird", sagte er am Freitag zur APA.

Abgesehen von einem Auftritt von OMV-Chef Rainer Seele am Donnerstag, einer kurzen Präsentation des in Russland tätigen Mondi-Managers Klaus Peller und einer für Samstag ankündigten Diskussionsbeteiligung von EVN-Manager Franz Mittermayer fanden sich im offiziellen Programm des Forums keine weiteren Spuren österreichischer Unternehmen.

Nach Angaben des Handelsdelegierten in Moskau, Dieter Fellner, waren am Donnerstag und Freitag zudem Vertreter von Palfinger, Raiffeisen und Voith in St. Petersburg. Eine Rolle für die vergleichsweise schwache Präsenz von Unternehmen aus Österreich, so Fellner zur APA, spielten die hohen Teilnahmekosten in St. Petersburg. Auch sei die Veranstaltung in Österreich zu wenig bekannt. In den vergangenen Jahren hätten weder Bundeskanzler noch Minister ihren Weg zur wichtigen Veranstaltung nach Russland gefunden.

Letzteres dürfte sich 2016 ändern: Finanzminister Hans Jörg Schelling wird nach Angaben des Ministeriums am Rande des Wirtschaftsforums Wirtschafts- und Finanzminister in St. Petersburg treffen.

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