Österreicher mögen nachhaltige Geldanlage - wenn man sie danach fragt

Wien - Österreicher stehen grundsätzlich positiv zu nachhaltigen Geldanlagen und wären auch bereit, dafür auf einen Teil ihrer Rendite zu verzichten. Allerdings fragen sie diese Produkte nicht aktiv nach, sondern müssten von Bankberatern erst auf die Idee gebracht werden. Gerade an dieser Beratung mangle es aber. Zu diesem Schluss kommt eine Studie im Rahmen einer Diplomarbeit an der Uni Graz.

Trotz zuletzt starken Wachstums fristen nachhaltige Anlageformen noch ein Nischendasein - nicht zuletzt, weil die Kunden von den Banken zu wenig Information darüber erhalten. Laut Studie werden 40 Prozent der Kunden überhaupt nicht zu Nachhaltigkeit beraten und nur drei Prozent intensiv. "Es gibt einen klaren Aufholbedarf bei Informationen über nachhaltige Geldanlagen. Man denkt bei Nachhaltigkeit nicht zuerst an den Finanzmarkt", sagte Stephan Pernkopf, Präsident des ökosozialen Forums, am Montag in Wien bei der Vorstellung der Studie. Das ökosoziale Forum hat gemeinsam mit Raiffeisen die Arbeit gefördert.

Der Markt für nachhaltige Finanzprodukte hat in Österreich derzeit ein Volumen von 7,1 Mrd. Euro, bei allen Raiffeisen-Finanzinstituten summieren sich die nachhaltigen Produkte auf 2 bis 2,5 Mrd. Euro, sagte Erwin Hameseder, Aufsichtsratspräsident der RZB. zuletzt gab es Zuwachsraten über 25 Prozent. Interessiert sind aber vor allem Vorsorgekassen und institutionelle Anleger, weil sie für eine gute Bewertung nachweisen müssen, dass sie in nachhaltige Fonds investieren. Private Investoren sind zögerlich, nicht alle sind bereit, auch Nachteile beim Ertrag in Kauf zu nehmen. Am besten gehe das noch bei Regionalprojekten, so Hameseder am Beispiel eines Mehrgenerationenhauses, das in Grimmenstein über ein niedriger verzinstes Sparbuch finanziert wurde. Grundsätzlich erreiche man Privatkunden wohl am Besten über konkrete Projekte.

Aus der Online-Umfrage unter 334 Befragten gehe hervor, dass die wenigsten bei der Geldanlage aktiv an Nachhaltigkeit denken, aber 90 Prozent das interessant finden, wenn sie darauf angesprochen werden. Wenn man nachhaltig investiert, dann ist die Aussicht auf eine attraktive Rendite nur mehr für 12,9 Prozent entscheidend, wichtiger sind ein "sichtbares Zeichen zugunsten der Nachhaltigkeit" (50,3 Prozent) bzw. "Anlegen mit gutem Gewissen" (36,8 Prozent). Anleger wären im Schnitt bereit eine Rendite von 3,7 Prozent statt fünf Prozent in Kauf zu nehmen.

Ganz repräsentativ sei die Umfrage allerdings nicht, räumte Herwig Pilaj von der Uni Graz ein, da die Befragten aus dem Uni-Umfeld und damit überdurchschnittlich gebildet und finanzkräftig waren. Er sieht auch noch ein Problem: Die Intransparenz. "Oft wissen selbst Experten nicht, ob ein Produkt wirklich eine nachhaltige Geldanlage ist." Dafür verweist Pilaj auf eine Metastudie über viele empirische Studien, die zum Schluss kommt, dass die Rendite nachhaltiger Veranlagungen im Schnitt auch nicht schlechter ist als bei klassischen Investments.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet frühestens in rund einem Jahr die nächste Zinserhöhung. Der Leitzins liegt derzeit auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent und soll nach den Worten von EZB-Präsident Mario Draghi noch "über den Sommer" 2019 hinaus auf diesem Niveau bleiben.
 

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Draghi: EZB-Zinsen bleiben über Sommer 2019 hinaus auf Rekordtief

München (APA/Reuters) - Siemens baut in der angeschlagenen Kraftwerks-Sparte in Deutschland 500 Arbeitsplätze weniger ab als geplant. Das ist das Ergebnis der monatelangen Verhandlungen mit der IG Metall und dem Betriebsrat, wie der Münchner Industriekonzern am Montag verkündete.
 

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Siemens baut in Deutschland 2.900 Stellen ab

Berlin/Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) - Industrie-Unternehmen in Europa haben die Bedeutung Künstlicher Intelligenz als einen maßgeblichen Schlüssel-Faktor für ihren künftigen Erfolg erkannt. Im Schnitt erwarten die Unternehmen dadurch Umsatzzuwächse von 11,6 Prozent bis 2030, geht aus einer Studie hervor, die von Hewlett Packard Enterprise (HPE) und den Ausrichtern der Konferenz Industry of Things World in Berlin durchgeführt wurde.
 

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Studie: Industrie sieht Künstliche Intelligenz als Schlüssel-Faktor