Österreich kann sich wieder relativ günstig neu verschulden

Wien (APA) - Die Republik Österreich konnte sich heute so günstig neu verschulden wie schon lange nicht mehr und hat dabei auch von den politischen Querelen in Italien und Spanien profitiert. Neue Bonds der zehnjährigen Bundesanleihe erzielten heute bei der Auktion mit 0,648 Prozent die niedrigste Rendite seit ihrer Auflage im Jänner dieses Jahres. Vor einem Monat waren es noch 0,707 Prozent.

Für die heute ebenfalls aufgestockte fünfjährige Emission waren Investoren wieder bereit, eine negative Rendite in Kauf zu nehmen - diesmal waren es durchschnittlich Minus 0,076 Prozent. Heuer seien es schon 0,19 Prozent gewesen.

"Die Nachfrage nach Bonds aus sicheren Häfen, zu denen auch Österreich zählt, ist deutlich gestiegen", sagte der Chef der Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Markus Stix, am Dienstag nach der Auktion der neuen Bundesanleihen zur APA.

Die Auktion habe ein "sehr herausragendes Ergebnis gebracht", so Stix weiter. Die Nachfrage nach den zehnjährigen Bonds sei die stärkste seit November des Vorjahres gewesen. Die Emission sei 3,5-fach überzeichnet gewesen. Auch die fünfjährige Emission sei mehr als 3-fach überzeichnet worden - was sehr selten der Fall sei.

Das für die Schuldenaufnahme des Bundes günstige Umfeld hat sich laut Stix bereits in den Vorwochen mit den aktuellen politischen Entwicklungen in Italien und Spanien abgezeichnet. Investorengelder seien vermehrt in sichere Häfen geleitet worden, wovon Österreich als sehr sicherer Hafen ebenfalls profitiert habe. Die Renditen seien generell gesunken.

Als Folge dieser Entwicklung sei der Zinsabstand zu Deutschland wieder etwas aufgegangen. Im zehnjährigen Laufzeitenbereich seien es aktuell 25 Basispunkte nach 16 bis 17 vor einem Monat. Das sei aber kein Österreich-Spezifikum, so Stix, auch bei vergleichbaren Staaten würden die Spreads aufgehen. Zehn Basispunkte im fünfjährigen Bereich seien auch ein sehr guter Wert.

Ein weiterer Grund für die verstärkte Investorennachfrage nach österreichischen Staatsanleihen könnte laut Stix auch die verbesserte Wachstumsprognose der OECD für Österreich sein, sowie die verbesserte Einstufung des heimischen Bankensystems durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Österreich liege mit Deutschland, der Schweiz, Kanada oder Finnland derzeit auf der besten Stufe. Damit werde wieder mehr Vertrauen für den österreichischen Bankenmarkt testiert, so der OeBFA-Chef.

Beide Staatsanleihen wurden heute um jeweils 575 Mio. Euro aufgestockt. Vom zehnjährigen Staatsbond sind nunmehr 7,1 Mrd. Euro ausstehend, von der fünfjährigen Emission 6,8 Mrd. Euro. Insgesamt wurden mit der heutigen Auktion über 50 Prozent des diesjährigen Finanzierungsvolumens unter Dach und Fach gebracht.

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