Österreicher trinken weniger Bier

Österreichs Brauer haben im Inland etwas weniger abgesetzt, dafür gab es ein kräftiges Plus beim Export. Den deutlichen Rückgang bei Schankbier hofft die Branche mit dem Trend zu Craft-Bier und alkoholfreiem Gerstensaft auszugleichen. Für heuer erwartet die Brauwirtschaft ein stagnierendes Geschäft bei gleichbleibenden Preisen, so Verbandsobmann Sigi Menz am Mittwoch vor Journalisten.

Noch im März startet die Branche die Kampagne "Ich steh auf 'Bierland Österreich'", wofür in jeder Landeshauptstadt fünf Logos affichiert werden. "Mit einem Foto davor bzw. darauf können Bierliebhaberinnen und Bierliebhaber Bierparties beim Wirt ihrer Wahl sowie Sachpreise gewinnen", wirbt Verbands-Geschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum für die Teilnahme (Mindestalter 18 Jahre).

Im Inland verzeichnete die Brauwirtschaft 2014 ein Minus von 1,2 Prozent auf 8,29 Millionen Hektoliter (1 Hektoliter entspricht 100 Liter). Rechnet man alkoholfreies Bier dazu, ist das Minus mit 0,6 Prozent (8,49 Mio. Hektoliter) etwas geringer. Beim Export gab es ein Plus von 8 Prozent, die wichtigsten Zielländer waren Deutschland, Italien und Kroatien. Insgesamt haben die Brauer im Vorjahr 180.000 Tonnen Getreide verarbeitet.

Der Trend weg vom Schankbier hält an, im Vorjahr lag das Minus bei 7,4 Prozent. Menz führt dies zum einen auf die rückläufige Zahl der Wirte zurück, zum anderen steige die Biervielfalt - und diese werde in erster Linie mit Flaschenbier abgedeckt. 53 Prozent des verkauften Bieres wird in Gebinde verkauft, davon entfallen knapp 70 Prozent auf die Glasflasche und gut 20 Prozent auf Dosen. Der Rest sind andere Verpackungsformen, wie zum Beispiel Beertender. Rund 30 Prozent der abgesetzten Biermenge geht in die Gastronomie, 70 Prozent verkauft der Handel.

Menz appelierte heute an die Politik, der Gastronomie nicht weiter Knüppel vor die Beine zu werfen. Er sprach von einem "Übermut bei der Regulierungswut". Als Unterstützung für das Rauchen in der Gastwirtschaft will er das aber nicht verstanden wissen. Sein Credo: Österreich soll weiter ein Ort der Geselligkeit sein. Dabei kann von einem Ende des Wirten keine Rede sein, nur in Tschechien wird europaweit mehr Bier getrunken. Rund 105 Liter hat jeder Österreicher im Vorjahr runtergespült.

Damit das auch so bleibt, setzt die Branche weiterhin auf den Trend zu alkoholfreien Bier und zu Craft-Bier. Letzteres ist nun auch im österreichischen Lebensmittelbuch geregelt, es firmiert dort unter dem Namen "Kreativbiere". Was das ist erklärte Kaufmann-Kerschbaum: "Das sind Biere mit außergewöhnlichen natürlichen Rohstoffen bzw. besonderer Herstellungsart, wobei der Basischarakter nach wie vor Bier ist."

Brauerei-Verbansobmann Menz nahm auch Stellung zu dem umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP. Er sprach sich im Sinne eines freien Handels dafür aus, denn eine "Verteufelung in Bausch in Bogen" sei "Unsinn". Allerdings müssten Qualitätsstandards gesichert werden.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht