Oerlikon peilt Börsengang des Getriebegeschäfts an - Insider

Freienbach (APA/Reuters) - Trotz eines derzeit widrigen Aktienmarktumfelds leitet der Anlagenbauer Oerlikon Insidern zufolge einen Börsengang (IPO) seines Getriebegeschäfts in die Wege. Oerlikon Drive Systems könnte noch vor dem Sommer an die Schweizer SIX kommen, erklärte eine mit der Sache vertraute Person.

Für das Geschäft werde dem Insider zufolge ein Börsenwert von 600 Millionen bis 800 Millionen Franken (500 bis 670 Mio. Euro) angepeilt. Oerlikon wolle sämtliche Anteile an der Sparte abstoßen.

Der Konzern stellt Getriebe unter anderem für Landwirtschaftsfahrzeuge, aber auch für Sportwagen von Ferrari und Lamborghini her. Zuletzt wurde das Angebot zunehmend auf Elektrofahrzeuge ausgerichtet. Die Sparte befindet sich nach einer schwierigen Phase im Aufwind. 2017 steigerte Drive Systems den Umsatz um ein Fünftel auf 730 Millionen Franken. Mit 10,6 Prozent ist die operative Marge (Ebitda) aber nur gut halb so hoch wie in der Oberflächentechnologie, auf die der Konzern in Zukunft vor allem setzen will. Daher ist die Getriebe-Division schon seit längerem ein Verkaufskandidat.

Im März erklärte Oerlikon, einen Verkauf, einen Börsengang sowie einen Zusammenschluss des Geschäfts mit einem anderen Anbieter zu prüfen. Nun bekräftigte ein Konzern-Sprecher: "Wir evaluieren alle Optionen für das Segment Drive Systems."

Eine mit der Sache vertraute Person sagte: "Die IPO-Vorbereitungen laufen auf Hochtouren." Die Transaktion werde von der Schweizer Großbank UBS organisiert, mit im Boot sei eine Reihe kleinerer Institute wie die Zürcher Kantonalbank, die Bank Vontobel und Kepler Cheuvreux.

Parallel zu den Börsenplänen führe Oerlikon die Gespräche mit möglichen Käufern der Sparte fort. Interesse bekundet hatten etwa der Industriekonzern Danaher sowie Finanzinvestoren wie Bain, Advent, 3i und CD&R. Die erwähnten Investoren sowie die Banken wollten sich nicht äußern oder waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Der bisher größte Börsengang in der Schweiz im laufenden Jahr verlief am Freitag enttäuschend. Die Aktien des Logistikkonzerns Ceva sackten beim Debüt zeitweise um über acht Prozent ab. Die IPOs der Bordverpflegungsfirma Gategroup und des Flugzeugabfertigers Swissport waren gar geplatzt. Angesichts der großen Zahl an europäischen Börsengängen und der durchwachsenen Kursentwicklung seien die Anleger gegenwärtig sehr wählerisch, erklärte ein Experte.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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