OeNB-Nowotny für "geordneten Ausstieg" aus expansiver Geldpolitik

Wien/Frankfurt (APA) - Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), EZB-Rat-Mitglied Ewald Nowotny, hat in einem Radio-Interview dafür plädiert, sich um einen "geordneten Ausstieg" aus der expansiven Geldpolitik zu bemühen. "Das kann kein Dauerzustand sein", meinte er in der Ö1-Sendung "Saldo", auch wenn das in der Vergangenheit Geschehene richtig gewesen sei. Eine Zinserhöhung sei erst 2019 realistisch.

In der Diskussion bestehe zum Thema Geldpolitik schon "eine gewisse Bewegung", da "immer mehr Kollegen glauben, dass die Kosten der expansiven Geldpolitik den Nutzen übersteigen", so Nowotny. Mit den Bondkäufen habe die Europäische Zentralbank das Vermeiden eines Absackens in die Deflation in der Wirtschaftskrise erreicht, aber "umgekehrt müssen wir jetzt überlegen, dieses Programm wieder langsam zu normalisieren", so der Notenbank-Gouverneur. Das sei auch schon gesehen, indem eine Reduktion der monatlichen Käufe von 60 auf 30 Mrd. Euro beschlossen worden sei.

Natürlich müsse die EZB bei enger Definition von Preisstabilität - eines Inflationsziels von nicht über, aber knapp bei zwei Prozent - so lange Geldpolitik betreiben, bis man bei diesen 1,9 Prozent sei. Er glaube aber, "dass man diese Definition von Preisstabilität nicht so eng sehen sollte. Aber da gibt es unterschiedliche Positionen."

Wann eine Zinswende in der Eurozone kommen könnte? "Realistisch" würde sich "erst 2019 eine Änderung der Zinspolitik" ergeben, wenn man davon ausgehe, dass zunächst das Anleihen-Ankaufsprogramm beendet werden müsse und dann erst auf der Zinsseite etwas gemacht werden könne, meinte Nowotny.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne