OeNB dürfte heuer deutlich weniger Gewinn schreiben

Wien - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) wird heuer wohl deutlich weniger Gewinn machen als im Vorjahr. 2015 trugen Sondereffekte noch zu einer Verdoppelung des Ergebnisses von 341 auf 753 Mio. Euro bei. Ausschlaggebend dafür waren Erträge aus der Münze Österreich in Höhe von 564 Mio. Euro. Diese dürften 2016 deutlich geringer und nur mehr zweistellig ausfallen.

Der Bund erhält vom Jahresüberschuss insgesamt 696 Mio. Euro, wovon 188 Mio. Euro auf die Körperschaftsteuer (KöSt) und 508 Mio. Euro auf den 90-prozentigen Gewinnanteil entfallen. Seit 2006 habe der Bund somit 2,8 Mrd. Euro von der OeNB erhalten, sagte OeNB-Präsident Claus Raidl am Donnerstag auf der Pressekonferenz nach der Generalversammlung.

"Auf mittlere Sicht wird jedoch erwartet, dass aufgrund der geldpolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Ertragsentwicklung gedämpft ausfallen dürfte", so Raidl. Er rechnet aufgrund des Niedrigzinsumfeldes auch mit geringeren Zinserträge. Das Nettozinsergebnis verschlechterte sich im Vorjahr bereits von 778 auf 634 Mio. Euro.

Im Vorjahr haben Einmaleffekt wesentlich zum Geschäftsergebnis der OeNB beigetragen. So hat die 100 Prozent Tochter Münze Rückstellungen in Höhe von 392,7 Mio. Euro aufgelöst. Das hat die Gewinnabfuhr an die Notenbank massiv aufgefettet. Der Verkauf der Casinos Anteile brachte 82,7 Mio. Euro. 40 Mio. Euro der OeNB-Beteiligungserträge kamen aus der BLM Betriebsliegenschafts-Management GmbH, die 2015 ihre letzten Wohnhausanlagen mit Bankwohnungen für rund 8 Mio. Euro verkaufte.

Weitere Erträge resultierten aus der regulären Dividende der Münze (89 Mio. Euro), der Gewinnvorauszahlung der EZB (23 Mio. Euro), der Gewinnausschüttung der EZB für 2014 (4 Mio. Euro) und den Erträgen aus anderen Beteiligungen der OeNB (4,5 Mio. Euro).

350 Mio. Euro führte die OeNB der eigenen Risikorückstellung zu. Abschreibungen auf Fremdwährungen und Wertpapiere beliefen sich auf 69 Mio. Euro. Somit verblieb ein Jahresgewinn von 753 Mio. Euro, ein Plus von 121 Prozent gegenüber 2014.

Die Bilanzsumme der OeNB hat sich im Vorjahr dagegen deutlich ausgeweitet, nämlich von 92,8 auf 106,9 Mrd. Euro. Schuld daran war vor allem das Anleihenkaufprogramm der EZB. Der Posten "Geldpolitische Operationen" erhöhte sich dadurch von 18,8 auf 33,5 Mrd. Euro. Die OeNB hat bis Jahresende 2015 etwa 14,9 Mrd. Euro österreichische Anleihen angekauft, davon 14,4 Mrd. Staatspapiere. Jede Notenbank kauft nur Anleihen ihres eigenen Landes. Es gebe kein "risk-sharing", betonte OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny. Im gesamten Eurosystem seien es knapp 650 Mrd. Euro gewesen, davon 490 Mrd. Euro Staatspapiere.

Plangemäß läuft die Umsetzung des "Opal"-Projektes, mit dem bis 2020 insgesamt 96 Mio. Euro Kosten eingespart werden sollen. Dabei geht es sowohl um Sach- als auch Personalkosten. Mit dem Betriebsrat sei eine Einigung über die künftige Struktur der Sozialleistungen erzielt worden, so Nowotny.

Frankfurt/Ludwigshafen (APA/Reuters) - BASF spricht über eine Fusion seiner Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit der vom russischen Milliardär Michail Fridman kontrollierten Dea AG. BASF würde die Aktienmehrheit an einem fusionierten Unternehmen halten, teilte der deutsche Konzern am Freitag mit. Mittelfristig sei ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens eine Option.
 

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BASF spricht über Fusion der Tochter Wintershall mit Dea

Frankfurt (APA/Reuters) - Eine neue Vorschrift zur Bilanzierung droht die Banken zu belasten. Basierend auf Informationen direkt überwachter Geldhäuser, die besser auf die Umstellung vorbereitet seien, betrage die negative Auswirkung auf die harte Kernkapitalquote (CET 1) im Schnitt geschätzte 40 Basispunkte, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag mit.
 

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EZB - Neue Bilanzierungsregel knabbert Banken-Kapitaldecke an

Bonn/Frankfurt (APA/dpa) - Die Preisexplosion für innerdeutsche Flugtickets nach der Air-Berlin-Pleite ruft das deutsche Bundeskartellamt auf den Plan. Die Wettbewerbsbehörde hat entschieden, die Preise beim Branchenprimus, der AUA-Mutter Lufthansa, zu prüfen.
 

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Deutsches Kartellamt prüft Lufthansa-Preise nach Air-Berlin-Pleite