OeNB: Wohnausgaben in Inflationsmessung tendenziell untererfasst

Wien (APA) - In der Messung der österreichischen Inflationsrate sind die Wohnausgaben tendenziell untererfasst. Dies hat die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in der jüngsten Ausgabe von "Inflation aktuell" dargestellt.

Die Mietausgaben der Haushalte sind durch den Rückgriff auf Daten aus dem Mikrozensus recht genau und vollständig in der österreichischen Inflationsmessung erfasst, während die Kosten von Eigentumswohnungen im HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) überhaupt nicht und im VPI nur teilweise berücksichtigt werden.

Mieten trugen im Jahr 2017 exakt 0,18 Prozentpunkte zur gesamten HVPI-Inflationsrate von 2,2 Prozent bei.

Die Kosten von Eigentumswohnungen sind im HVPI überhaupt nicht und im VPI nur teilweise in Form der Annuitätenzahlungen für Hypothekardarlehen berücksichtigt. Im deutschen VPI hingegen werden für eigentümergenutztes Wohnen "imputierte Mieten" berechnet und auch das Gewicht der Mieten ist aufgrund einer anderen Mietstichprobe wesentlich größer.

Die Ausgaben für Wohnen sind für die meisten Haushalte ein signifikanter Teil ihrer monatlichen Ausgaben. Laut eigenen Angaben geben die österreichischen Privathaushalte im Schnitt 16 Prozent ihres Haushaltseinkommens für Wohnen aus (Mikrozensus 2016). Dieser Durchschnitt verdeckt allerdings die Heterogenität der verschiedenen Wohnverhältnisse, die nicht nur in Form unterschiedlicher Rechtsverhältnisse (Eigentum oder Miete) besteht, sondern auch subventionierte und nicht-subventionierte Wohnverhältnisse umfasst.

Von den insgesamt 3,86 Millionen österreichischen Haushalten lebten 2016 (laut Mikrozensus 2016) 43 Prozent in Mietwohnungen (Haupt- und Untermiete), 48 Prozent in Eigentumswohnungen und -häusern und 9 Prozent in sonstigen Rechtsverhältnissen (überlassene und mietfreie Wohnungen oder Häuser und Dienst- und Naturalwohnungen). Innerhalb der Kategorie der Hauptmietwohnungen entfielen 2016 18 Prozent auf Gemeindewohnungen, 39 Prozent auf Genossenschaftswohnungen und 43 Prozent auf andere (privat vermietete) Hauptmietwohnungen.

Demnach bleiben laut OeNB derzeit die Wohnausgaben von fast 60 Prozent der österreichischen Haushalte in der Inflationsmessung praktisch unberücksichtigt.

Dadurch sind die Ausgaben für Wohnen in der Inflationsmessung in Österreich tendenziell untererfasst. Die Integration eines Index für eigentümergenutztes Wohnen (Owner-Occupied Housing), die bereits im US-amerikanischen und im deutschen VPI zur Anwendung kommt und von der Europäischen Zentralbank (EZB) auch für den HVPI der Mitgliedsländer der Währungsunion berechnet wurde, scheiterte bisher an methodischen Problemen.

Im Vergleich zu Deutschland lässt sich das geringere Gewicht der Mieten im österreichischen VPI und HVPI zumindest teilweise mit der Struktur des österreichischen Mietmarktes (größerer Anteil an subventionierten Mietwohnungen) und einer in Richtung der Großstädte verzerrten Mietstichprobe in Deutschland erklären.

In der jüngeren Vergangenheit stiegen die Mieten in Österreich stärker als die Gesamtinflation und auch die Preise für Eigentumswohnungen nahmen deutlich zu. "Eine vollständige Berücksichtigung des eigentümergenutzten Wohnens dürfte daher unter diesen Bedingungen zu einer etwas höheren gemessenen Inflationsrate führen", heißt es im Bericht.

"Inflation aktuell" ist ein vierteljährlich erscheinender Bericht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) zur Inflation in Österreich. Darin wird die Inflationsentwicklung der letzten Monate analysiert, die Inflationsprognose der OeNB vorgestellt sowie auf aktuelle Schwerpunktthemen eingegangen.

Frankfurt/New York (APA/dpa) - US-Aufseher haben der Deutschen Bank wegen verbotener Absprachen am Devisenmarkt eine Millionenstrafe aufgebrummt. Das Geldhaus habe einer Zahlung von 205 Mio. Dollar (178 Mio. Euro) wegen früherer Verstöße gegen New Yorker Finanzgesetze zugestimmt, teilte die dortige Finanzbehörde DFS am Mittwoch mit.
 

Newsticker

Deutsche Bank muss in den USA 205 Millionen Dollar Strafe zahlen

Berlin (APA/Reuters) - Der US-amerikanische Datenverarbeiter Teradata hat Klage gegen SAP vor einem Bundesbezirksgericht in Kalifornien eingereicht. Dem Softwarekonzern werden Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen sowie Verstöße gegen das Urheber- und Kartellrecht vorgeworfen, teilte Teradata am Mittwoch mit.
 

Newsticker

US-Datenverarbeiter Teradata erhebt Klage gegen SAP

Eskalation in Casinos-Austria-HV - Sazka verlor Machtkampf

Wirtschaft

Eskalation in Casinos-Austria-HV - Sazka verlor Machtkampf