Ölpreisverfall bringt auch Shell und Statoil massiv unter Druck

Die abgestürzten Ölpreise dezimieren die Gewinne der Rohstoffkonzerne und zwingen die Unternehmen zu einem radikalen Sparkurs. Alle internationalen Ölmultis, die bisher ihre Bilanzen für 2015 vorgelegt haben, kündigten dabei weitere Einschnitte an.

Der britisch-niederländische Branchenriese Shell und die norwegische Statoil, die am Donnerstag ihre Zahlen zum vergangenen Jahr veröffentlichten, bilden keine Ausnahme. "Substanzielle Veränderungen" seien angesichts der niedrigen Ölpreise unumgänglich, stellte Shell-Chef Ben van Beurden klar. Der Konzern ist gerade dabei, den Konkurrenten BG Group für Dutzende Milliarden zu schlucken. Durch den Zusammenschluss sollen bis Ende 2016 rund 10.000 Jobs wegfallen. Den Abbau hatte Shell schon Ende Jänner zusammen mit weiteren Details zur Übernahme des Gasförderers angekündigt.

Inzwischen ist Shell mit seinem Vorhaben fast am Ziel. Nach der Zustimmung der Aktionäre auf beiden Seiten ist der Vollzug laut van Beurden nur noch eine Frage von Wochen. BG soll Shell dabei helfen, die Dividendenzahlungen zu sichern und die Produktion zu erhöhen.

Angesichts des anhaltenden Ölpreis-Tiefs müssen sich die Konzerne etwas einfallen lassen. Derzeit pendeln die Preise um die Marke von 30 Dollar je Fass (159 Liter). Mitte 2014 wurden für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent noch mehr als 100 Dollar gezahlt. Entsprechend drastisch brach bei Shell im vergangenen Jahr auch der Gewinn ein.

Unter dem Strich verdiente der Konzern 2015 nur noch 1,9 Mrd. US-Dollar (1,74 Mrd. Euro) - fast 90 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch beim norwegischen Förder-Riesen Statoil sieht es trübe aus. Er verdiente vor Sonderposten mit 19,5 Mrd. Kronen (2,05 Mrd. Euro) ebenfalls nur noch halb so viel wie im Vorjahr. Inklusive der Sonderbelastungen verbuchte Statoil sogar einen dicken Verlust von 37,3 Mrd. Kronen. Im Vorjahr hatte an der gleichen Stelle noch ein Gewinn von 22 Mrd. norwegische Kronen in den Büchern gestanden.

Die Norweger wollen zudem künftig auf eine kassenschonende Form der Aktionärsvergütung zurückgreifen. Anteilseigner haben in den kommenden zwei Jahren die Wahl, ob sie ihre Dividende lieber in bar ausgezahlt haben wollen oder stattdessen Aktien zu einem günstigeren Preis erwerben. Der norwegische Staat, der mit 67 Prozent zugleich größter Aktionär von Statoil ist, will von der Aktienvariante Gebrauch machen - schon allein, um seinen Anteil nicht zu verwässern.

Shell bietet seinen Aktionären diese Form der Dividendenzahlung bereits an. Für 2016 stellt der Konzern eine mindestens stabile Gewinnausschüttung in Aussicht und nimmt dafür auch eine höhere Verschuldung in Kauf. Von der Ratingagentur Standard & Poor's wurden sowohl Shell als auch andere Konzerne jedoch bereits abgestuft.

Auch BP hatte am Dienstag trotz eines Rekordverlusts die Dividende unangetastet gelassen. "Wir wissen, wie wichtig diese für unsere Aktionäre ist", sagte Vorstandschef Bob Dudley. Er würde für den britischen Konzern dafür zur Not auch weitere Schulden in Milliardenhöhe aufnehmen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro