Ölpreisrutsch und "Brexit"-Sorgen lassen Dax einknicken

Der erneute Preisrutsch beim Öl und die Ungewissheit über den Verbleib Großbritanniens in der EU haben am Mittwoch die Aktienbörsen auf Talfahrt geschickt. Dax und EuroStoxx50 verloren bis zum Nachmittag je mehr als zwei Prozent auf 9188 und 2825 Zähler. "Die Stimmung ist einfach am Boden", sagte ein Händler. Zu den Spekulationen über den negativen Auswirkungen des Ölpreiskollaps geselle sich nun auch noch die Angst vor den Folgen eines "Brexits". Die US-Futures signalisierten für die Eröffnung an der Wall Street ebenfalls tiefere Kurse.

Saudi-Arabien hatte am Dienstag die Hoffnungen auf einen baldigen Rückgang des Überangebots beim Öl zunichte gemacht. Zudem belasteten Zahlen des US-Branchenverband API die Ölpreise. Demnach war in der vergangenen Woche der Bestand deutlich stärker gestiegen als erwartet. Die amtlichen Daten von der Energiebehörde EIA wurden für Mittwochnachmittag erwartet. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 2,7 Prozent auf 32,37 Dollar je Barrel (159 Liter), US-Leichtöl WTI kostete mit 30,68 Dollar 3,7 Prozent weniger.

Anleger fürchten, dass viele Energiekonzerne angesichts des Preiskollaps beim Öl in eine Schieflage geraten könnten und Kreditausfälle Banken mit in die Tiefe reißen. Zudem gilt eine gesunkene Nachfrage als schlechtes Omen für die Entwicklung der Weltkonjunktur.

Für schlechte Stimmung sorgte auch die Angst vor einem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU). Die Analysten der größten britischen Bank HSBC sagten im Falle eines Sieges der Europa-Gegner beim Referendum am 23. Juni einen Kurssturz beim Pfund Sterling und einen Konjunktureinbruch voraus. Das Pfund fiel erstmals seit 2009 unter die Marke von 1,39 Dollar nach 1,4022 Dollar am Dienstagabend. Auch der Euro verlor einen halben US-Cent auf ein Drei-Wochen-Tief von 1,0958 Dollar.

Auf der Suche nach einem sicheren Hafen steuerten die Anleger die zehnjährigen Bundesanleihen an. Der Bund-Future stieg um 73 Ticks auf ein Rekordhoch von 166,17 Punkte, die Rendite der dem Terminkontrakt unterlegten Bundesanleihe fiel auf ein Zehn-Monats-Tief von 0,132 Prozent.

Stark unter Druck gerieten im Dax die Aktien der Deutschen Börse : Sie brachen um 4,1 Prozent auf 74,54 Euro ein und gaben damit die Gewinne vom Dienstag wieder ab. Der Euphorie über einen neuen Anlauf zur Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) sei Ernüchterung gewichen, sagten Händler. Analysten beschrieben den Höhenflug vom Dienstag als übertrieben und rieten zur Vorsicht. Die Fehlversuche der letzten Jahre zeigten, dass Börsenfusionen notorisch schwierig umzusetzen seien, erklärte NordLB-Analyst Michael Seufert. Die LSE-Titel fielen in London um 3,2 Prozent.

Auch auf den zweiten Blick reagierten die Anleger entsetzt auf die Gewinnwarnung von Hugo Boss : Die im MDax gelisteten Aktien fielen um knapp elf Prozent auf ein neues Fünf-Jahres-Tief von 49,90 Euro, nachdem sie schon am Dienstag fast 20 Prozent verloren hatten. Analysten senkten ihre Schätzungen, einige gaben Verkaufsempfehlungen aus.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro