Ölpreis wichtiger als "QE" - Kreditvergabe soll 2015 wieder ansteigen

Wien - Die Banken der Eurozone dürften heuer erstmals seit der Wirtschaftskrise wieder mehr Kredite vergeben, erwarten die britischen Wirtschaftsforscher von Oxford Economics und der Prüfkonzern EY (Ernst & Young). Hypothekarkredite sollen sogar eine Rekordmarke erreichen, faule Kredite weiter zurückgehen. Zu verdanken sei das aber nicht so sehr dem EZB-Anleihenkaufprogramm als dem niedrigen Ölpreis.

Für die positiven Aussichten bei Kreditvergaben sei der geringe Ölpreis wichtiger als das "Quantitative Easing" der Europäischen Zentralbank, so EY-Österreich-Finanzexperte Georg von Pföstl. Vielmehr sei "QE" ein zweischneidiges Schwert. "Investmentbanken und Asset Manager werden kurzfristig profitieren, während die Gewinnspannen der klassischen Retail-Banken schrumpfen und Versicherer weitere Jahre mit den für sie schmerzhaft niedrigen Zinsen kämpfen werden."

Der Studie zufolge, die der APA vorliegt, legen Firmenkredite in der Eurozone heuer um 1,2 Prozent oder 53 Mrd. Euro zu. Zu verdanken dürfte dies hauptsächlich Zuwächsen in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich sein. 2016 dürfte sich dann die wirtschaftliche Erholung der südlichen Euro-Länder bemerkbar machen, sodass die Geschäftskredite um 4,3 Prozent ansteigen.

Auch bei den Konsumkrediten geht es laut EY und Oxford Economics wieder bergauf. Für 2015 wird ein Anstieg von 1,5 Prozent gesehen, nach einem Rückgang in fast allen großen Ländern 2014. Angekurbelt werde das Wachstum in diesem Jahr ebenfalls von Deutschland und Frankreich. In der gesamten Eurozone werde das Volumen der Verbraucherkredite aber erst 2019 wieder an das Niveau von 2010 (641 Mrd. Euro) herankommen. Häuslbauerkredite sollen hingegen bereits heuer auf einen Höchstwert von 3,93 Billionen Euro ansteigen.

Die faulen Kredite dürften weiter zurückgehen. 2015 sollen die Euro-Banken nur mehr auf notleidenden Krediten in Höhe von 837 Mrd. Euro sitzen, was 7 Prozent der Gesamtkreditsumme (11,96 Billionen Euro) entspreche. In Italien und Spanien sind deutlich mehr Kredite draußen, die (wahrscheinlich) nicht mehr zurückgezahlt werden können (14,2 bzw. 10,8 Prozent). 2014 waren in der gesamten Eurozone noch 7,7 Prozent der Kredite uneinbringlich. Bis 2019 soll der Anteil auf 5,3 Prozent schrumpfen.

Die Forscher geben aber noch nicht ganz Entwarnung - Grund dafür ist Hypo-Bad-Bank Heta. Man werde sich ansehen müssen, wie sich die Abwicklung von Banken nach der neuen EU-Richtlinie BRRD entwickle, schreibt Oxford Ecnomics mit Blick auf die teils hohen Engagements deutscher und italienischer Banken bei der Heta. Österreich ist das erste EU-Land, das ein Institut nach den neuen Regeln abwickelt. Dass nun hierzulande Gläubiger zur Kasse gebeten werden, mache den Banken im gesamten Euroraum Sorgen: Sie fürchteten eine Erhöhung der Kapitalkosten.

Die EZB hat am gestrigen Dienstag Zahlen zur Kreditvergabe veröffentlicht. Demnach haben die Banken der Eurozone ihre Standards für Darlehen an Firmenkunden im ersten Quartal 2015 gelockert. Der Umfrage unter Banken zufolge haben vor allem die großangelegten Wertpapierkäufe der EZB für zusätzliche Liquidität gesorgt. In Österreich wurden die Kreditrichtlinien für Unternehmen im ersten Quartal indes laut Nationalbank (OeNB) etwas verschärft.

Die Telekomaufsicht weicht Regelwerk das unter Barack Obama erst beschlossen wurde. Der Rechtsstreit ist damit programmiert, es wird mit Klagen von vielen Interenetkonzernen gerechnet.
 

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US-Behörde kippt Netzneutralität - Rückschlag für Google & Co

Stockholm (APA/dpa) - Der Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) will nach überraschenden Umsatzeinbußen Geschäfte schließen und das Onlinegeschäft ausbauen. Das schwedische Unternehmen kündigte am Freitag an, die Verzahnung von stationären mit Onlinehandel beschleunigen zu wollen. Zudem soll das Geschäftsportfolio überprüft werden - was zu mehr Schließungen und weniger Neueröffnungen führen werde.
 

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Umsatz bei H&M gesunken, Geschäftsschließungen angekündigt

Berlin (APA/Reuters) - Die Deutsche Telekom will in den Niederlanden mit der Übernahme von Tele2 zu den größeren Konkurrenten KPN und Vodafone Ziggo aufschließen. T-Mobile NL kauft das niederländische Tele2-Geschäft für 190 Mio. Euro sowie eine Beteiligung, wie das deutsche Unternehmen am Freitag mitteilte. Demnach erhält Tele2 einen Anteil von 25 Prozent an der vergrößerten T-Mobile NL.
 

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Deutsche Telekom kauft kleineren Rivalen Tele2 in den Niederlanden