Ökonom Williams künftig zweitwichtigster Notenbanker in USA

New York/San Francisco (APA/Reuters) - Der US-amerikanische Ökonom John Williams steigt zum zweitwichtigsten Notenbanker der USA auf. Der derzeitige Präsident der Fed von San Francisco wurde am Dienstag zum Chef der Federal Reserve von New York befördert. Die vom Vorstand der US-Notenbank bestätigte Personalie ist nicht unumstritten. Denn viele Demokraten hatten dafür plädiert, nicht erneut einem weißen Mann den Posten zu geben.

Die Position ist die einzige innerhalb der Fed, bei der der Kandidat nicht vom US-Präsidenten ausgewählt und nicht vom Senat bestätigt werden muss - und hat zudem mehr Einfluss auf die Zinspolitik.

Williams folgt William Dudley nach, der am 17. Juni zurücktreten will. Der Fed-Präsident von New York hat ein dauerhaftes Stimmrecht in der Zinspolitik. Zudem beobachtet er die Wall Street, ist für die Fed-Aktivitäten am Finanzmarkt zuständig und überwacht die größten US-Geldhäuser. Notenbank-Chef Jerome Powell begrüßte Williams Ernennung. Er habe in seinen Jahren bei der Federal Reserve die Ratschläge von Williams stets geschätzt. Er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit.

Williams hat den Kurs der moderaten Zinserhöhungen in den USA mitgetragen und zuletzt angeregt, die traditionelle Orientierung der Geldpolitik an einem Inflationsziel zu überdenken. Der 55-Jährige gilt als brillanter Ökonom, dessen Forschungen unter anderem die These unterstützen, dass der neutrale Zins aufgrund einer alternden Bevölkerung deutlich gesunken ist, was das Wirtschaftswachstum dämpft. Der neutrale Zins ist der Satz, bei dem die Geldpolitik die Wirtschaft weder anschiebt noch bremst.

Von sich selbst sagt der Notenbanker, dass er an seinem Schreibtisch nicht aktiv die Finanzmärkte verfolgt, da er sich auf längerfristige Trends und nicht auf die täglichen Aufs und Abs der Kurse konzentrieren möchte. Dies hat allerdings bei einigen Bankern, die täglich mit der Fed von New York zu tun haben, Fragezeichen ausgelöst. Der gebürtige Kalifornier, der an der Elite-Universität Stanford promovierte, begann seine Karriere bei der Fed 1994 zunächst als Volkswirt für den Notenbank-Vorstand. 2002 wechselte er zum Fed-Ableger von San Francisco, wo er schließlich 2011 Präsident wurde.

Die Fed hatte im März ihren Schlüsselzins um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent hochgesetzt. Zugleich signalisierten die Dollar-Wächter, dass sie den Satz heuer noch zweimal anheben wollen. Aus Sicht von Fed-Direktorin Lael Brainard ist eine Politik der graduellen Zinsanhebungen weiterhin angemessen, wie sie am Dienstag sagte.

Wiesbaden (APA/dpa) - In Deutschland ist unter den Bundesländern ein Streit um die Strafzahlung des VW-Konzerns in Höhe von einer Milliarde Euro wegen des Abgasskandals entbrannt. Das Land Hessen hat nun die Aufteilung des Milliardenbußgeldes unter den Ländern gefordert. Gezahlt hat Volkswagen die Milliarde an das Land Niedersachsen, das maßgeblich am Konzern beteiligt ist.
 

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Deutsche Bundesländer streiten um VW-Milliarde

Athen (APA/Reuters) - Die Finanzminister der Euro-Länder wollen die Auszahlung von Milliardenmitteln an Griechenland nach dem Auslaufen des dritten Rettungsprogramms im August an Reformauflagen knüpfen. Insgesamt 4,8 Mrd. Euro bis 2022 sollten nur dann gezahlt werden, wenn die Athener Regierung sich an die Bedingungen eines sogenannten Überwachungsprogramms halte, heißt es in einem Dokument der Eurogruppe.
 

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Euro-Länder planen reformabhängige Zahlungen an Griechenland

Berlin/Menlo Park (APA/Reuters) - Facebook will Falschmeldungen auf seiner Plattform weiter erschweren. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern werde bis Jahresende von derzeit 14 auf weitere Länder ausgedehnt, kündigte das weltgrößte soziale Netzwerk am Donnerstag an. Zudem fänden in nunmehr vier Ländern Tests zur Überprüfung von Fotos und Videos statt.
 

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Facebook will schärfer gegen Falschmeldungen vorgehen