Ökonom: Deutscher Staatskredit an Air Berlin war "nicht akzeptabel"

Berlin/Schwechat/Frankfurt (APA/dpa) - Ifo-Chef Clemens Fuest hat mögliche negative Folgen der Insolvenz der Air Berlin-Tochter Niki für den Steuerzahler kritisiert. "Es kann wirklich dazu kommen, dass Geld des Steuerzahlers verloren geht. Das ist nicht akzeptabel", sagte Fuest am Donnerstag in Berlin.

Die deutsche Regierung hatte Air Berlin nach der Insolvenz im August einen Überbrückungskredit von 150 Mio. Euro gewährt. Sonst hätte eine sofortige Einstellung des Flugbetriebs gedroht. In Österreich überlegt die Noch-Bundesregierung unter Umständen, eine Zwischenfinanzierung für Niki zu gewähren.

Nach dem Aus für Niki kann der Kredit möglicherweise nur zum Teil zurückgezahlt werden. Sollte sich kein neuer Käufer für Niki finden, könnte es bei einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag bleiben, für den größeren Rest müsste der Steuerzahler aufkommen, da der Staat gebürgt hat.

Fuest sagte, es sei nicht Aufgabe des Staats, insolventen Unternehmen einen Kredit zu geben. "Das kann leicht schiefgehen." Um Reisende in solchen Fällen aus dem Ausland zurückzuholen, müssten Luftverkehrsunternehmen verpflichtet werden, in Form einer Versicherung für Insolvenzen vorzusorgen: "Natürlich war es gerade vor den Wahlen populär, etwas zu tun und einzugreifen. Das ist aber nicht die Aufgabe des Steuerzahlers."

Bonn (APA/dpa) - Der Ausbau der erneuerbaren Energien setzt die Stromnetze in Deutschland immer stärker unter Druck. 2017 sind die Ausgaben für sogenannte Noteingriffe wegen unzureichender Netzkapazitäten auf den Rekordwert von 1,4 Mrd. Euro gestiegen, wie die Bundesnetzagentur am Montag berichtete. Die Kosten werden über die sogenannten Netzentgelte auf den Strompreis umgelegt und landen am Ende beim Verbraucher.
 

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Deutsche Stromnetze unter Druck - Rekordkosten für Noteingriffe

Wien (APA) - Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der staatlichen Förderbank aws (Austria Wirtschaftsservice), ist als Präsident des Europäischen Verbands der Garantieinstitutionen wiedergewählt worden. Sagmeister leitet damit auch die kommenden drei Jahre die European Association of Guarantee Institutions (AECM), teilte aws am Montag mit. Die AECM hat 47 Mitgliedsinstitutionen aus 28 Ländern.
 

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aws-Chef Sagmeister bleibt Präsident von europäischem Branchenverband

Tokio (APA/Reuters) - Im Kampf gegen die unerwünscht niedrige Inflation in Japan macht die von Amazon und anderen Onlinehändlern angeheizte Preisschlacht der Notenbank das Leben schwer. Dieser Effekt sorge dafür, dass die ohne frische Lebensmittel und Energie berechnete Inflationsrate um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte gedrückt werde, teilte die Bank of Japan (BoJ) in einer am Montag veröffentlichten Studie mit.
 

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"Amazon-Effekt" bereitet Japans Notenbank Kopfzerbrechen