ÖGB-Chef Foglar mahnt von der Wirtschaft mehr Investitionen ein

Der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB), Erich Foglar, mahnt von den Unternehmen mehr Investitionen ein, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Vielen Unternehmen in Österreich gehe es gut, außerdem sei billiges Geld vorhanden. "Es fehlt der Optimismus", konstatierte Foglar am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien.

Viele Unternehmen würden derzeit nicht einmal mehr Ersatzinvestitionen tätigen, obwohl es ihnen wirtschaftlich gut gehe. Die öffentliche Hand könne nicht die Investitionen der Privaten übernehmen, außerdem stünden Bund, Länder und Gemeinden selber unter einem Spardruck. Um wieder mehr Wachstum zu erreichen, müssten die Zukunftsinvestitionen aus dem Defizit herausgerechnet werden.

Auch für den Wohnbau müsse mehr getan werden: Den Wohnbaugenossenschaften sollten günstige Grundstücke zur Verfügung gestellt werden, um den sozialen Wohnbau wieder zu beleben. Dazu könnten auch einige Auflagen gekappt werden. Die Wohnbauoffensive, die am Arbeitsmarktgipfel fixiert wurde, dürfe nicht von der Bürokratie gehemmt werden. Ebenso gebe es bei der Infrastruktur - Stromnetze, Breitband, Straßen - großen Modernisierungs- und Erneuerungsbedarf.

Als große Herausforderung sieht Foglar die Digitalisierung der Wirtschaft - Stichwort Industrie 4.0, Internet der Dinge - und Unternehmensmodelle wie Uber, Airbnb etc., die den jeweiligen Branchen bereits zusetzten. Künftig werde der traditionelle Arbeitsvertrag an Bedeutung verlieren, Arbeitskraft werde über Plattformen oder ähnliche Modelle zu Schleuderpreisen organisiert. Da die Finanzierung des Staates derzeit zu einem Großteil auf der Besteuerung von Arbeit bzw. von Arbeitnehmern beruhe, stelle diese Entwicklung eine riesige Herausforderung für die Sozialsysteme dar. Auf EU-Ebene müsste diese Entwicklung durchdacht und Antworten darauf gefunden werden, forderte der Gewerkschafter.

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