ÖFB gegen Registrierkassenpflicht für Amateurvereine

Leo Windtner, Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB), befürchtet ein Vereinssterben und Davonlaufen von Ehrenamtlichen infolge der Einführung der Registrierkassenpflicht für Vereine. Er hofft auf Sportminister Doskozil. Und auf ein Entgegenkommen des Finanzministers.

Wien. Die ab 1. Mai geltende Registrierkassenpflicht bereitet dem Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) gehörig Kopfzerbrechen. Die zusätzlichen Kosten und der administrative Aufwand könnte viele Amateur-Vereine überfordern, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner der APA.

"Die Clubs sind davon teils massiv betroffen. Es ist eine weitere zusätzliche Last für die Funktionäre", erklärte der Oberösterreicher. Windtner befürchtet, dass so mancher Verein aufgrund dieser Regelung zusperren muss, weil er keine Mitarbeiter mehr aufstellen kann. "Die Gefahr, dass ehrenamtliche Funktionäre davonlaufen und keiner mehr bereit ist, ein Ehrenamt zu übernehmen, ist schlagend geworden."

Laut Windtner drohen durch die Registrierkassenpflicht negative Auswirkungen, die weit über den Fußball hinausgehen. "Dem Gesetzgeber muss bewusst sein, dass er damit einen Teil unserer Gesellschaftskultur gefährdet, auch die gesamte Breitensport-Entwicklung." Deshalb habe der ÖFB auch schon die Bundessport-Organisation (BSO) eingeschaltet.

Das neue Gesetz hat zur Folge, dass Vereine bis in die unterste Liga pro Kantine eine Registrierkasse zu einem Preis von jeweils mehreren hundert Euro anschaffen müssen. Außerdem sind Schulungen im Umgang mit dem Gerät für das oft wechselnde Personal notwendig. Und bei missbräuchlicher Verwendung - die nach der Meinung von Windtner gerade im Amateurclub-Bereich auch unwissentlich passieren kann - haften im Endeffekt die Funktionäre.

Betroffen sind praktisch alle Vereine, denn als maßgebliche Höhe des Barumsatzes wurde ein relativ geringer Betrag von 7.500 Euro pro Jahr festgelegt. "Diese Grenze ist zu niedrig angesetzt", kritisierte Windtner. "Ehrenamtliche Funktionäre fühlen sich immer mehr unter Druck gesetzt und mit einem Bein im Kriminal. Die Bürokratie wird in den Vereinssport hineingepresst."

Sollten wie befürchtet zahlreiche freiwillige Mitarbeiter ihre Tätigkeit einstellen, hätte dies äußerst negative Konsequenzen, warnte Windtner. "Die öffentliche Hand wird niemals so viel Geld in die Hand nehmen können, dass die ehrenamtliche Arbeit ersetzt werden kann. Man muss den Ehrenamtlichen ein Animo geben, um idealistisch wirken zu können und ihnen nicht Prügel vor die Füße werfen."

Der ÖFB-Präsident hofft nun auf die Fürsprache von Sportminister Hans Peter Doskozil. "Er ist für uns so etwas wie ein Anwalt des Sports und hat sich als sehr praxisnah präsentiert. Unser Emissär ist Hans Peter Doskozil, unser Adressat Hans Jörg Schelling", sagte Windtner. Ein Termin von Vertretern des Sports beim Finanzminister sei zumindest derzeit allerdings nicht vorgesehen.

Dennoch hofft der ÖFB-Chef noch auf ein Entgegenkommen Schellings. "Bei gutem Willen und entsprechenden Argumenten ist immer eine Chance da", vermutete der 65-Jährige.

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