OECD senkt Konjunkturprognosen für Deutschland und Eurozone

Paris - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Europa (OECD) hat ihre Wachstumsprognosen für die gesamte Eurozone deutlich nach unten korrigiert. Im Euroraum wird die Wirtschaft laut dem OECD-Bericht in diesem Jahr um 0,8 Prozent wachsen. Im Mai hatte die OECD noch mit einem Wachstum von 1,2 Prozent gerechnet. Für 2015 senkte die OECD ihre Prognose von 1,7 auf 1,1 Prozent.

Die deutsche Wirtschaftsleistung werde im kommenden Jahr um nur noch 1,1 Prozent wachsen, heißt es in einem am Dienstag in Paris vorgestellten OECD-Wirtschaftsausblick. Noch im Mai war die Organisation von einem Wachstum von 2,1 Prozent im Jahr 2015 ausgegangen. Die OECD warb für mehr Investitionen in Bildung und Infrastruktur und forderte Strukturreformen im Dienstleistungssektor.

Für 2014 senkte die OECD ihre Konjunkturprognose für Deutschland von 1,9 auf 1,5 Prozent. Als Grund nennt die OECD eine "flaue Konjunktur und Kreditengpässe in den Krisenländern des Euroraums", die die Nachfrage nach deutschen Industriegütern gesenkt hätten. Zudem habe die Importnachfrage aus China nachgelassen, die Exporte nach Russland seien gar "drastisch" gesunken. Mitte Oktober hatte auch die deutsche Regierung ihre Konjunkturprognosen für 2014 und 2015 deutlich abgesenkt.

Die US-Wirtschaft dürfte dagegen dieses Jahr um 2,2 und kommendes Jahr um 3,1 Prozent wachsen. Für die Weltwirtschaft insgesamt sagte die Organisation 3,3 und dann 3,7 Prozent voraus.

"Die Eurozone ist in gewisser Weise ein Schwachpunkt der Weltwirtschaft", warnte OECD-Experte Christian Kastrop in Paris. Die Eurozone sei weiterhin von einer "sehr, sehr schwachen Entwicklung geprägt". Die französische Wirtschaft wird demnach laut OECD in diesem Jahr um lediglich 0,4 Prozent wachsen und 2015 um 0,8 Prozent.

Kastrop sagte, in "Kernländern" der Eurozone gebe es bei den Strukturreformen "deutlich mehr zu tun". Für Deutschland mahnt die OECD an, Regulierungen im Dienstleistungssektor abzubauen. Außerdem müsse Deutschland mehr in Verkehrsinfrastruktur und Bildung investieren. Das würde laut OECD über eine Zunahme deutscher Importe auch anderen europäischen Staaten aus der Krise helfen.

Auch ein von den Wirtschaftsministern Deutschlands und Frankreichs, Sigmar Gabriel (SPD) und Emmanuel Macron, in Auftrag gegebener Expertenbericht stellt laut Medienberichten einen Bedarf nach mehr Investitionen in Deutschland fest. Für Frankreich schlagen die Experten des Berichts, der am Donnerstag in Paris vorgestellt werden soll, laut dem Magazin "Spiegel" eine Lockerung der 35-Stunden-Woche und eine dreijährige Gehalts-Nullrunde vor. OECD-Experte Kastrop sagte, die Vorschläge würden "in die richtige Richtung gehen".

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne