OECD-Bericht: Management oft in Auslandsbestechung involviert

Bestechung geschieht häufig mit dem Wissen des Managements: In 41 Prozent der Fälle wurde die Bestechung von Führungskräften vorgenommen oder abgesegnet.

Berlin. Bestechungsgelder großer Unternehmen fließen einem Bericht der Industriestaaten-Organisation OECD zufolge oft mit dem Wissen der Geschäftsführung an ausländische Behörden. Für die am Dienstag veröffentlichte Studie wurden mehr als 400 Fälle ausgewertet, in denen seit Inkrafttreten des OECD-Übereinkommens gegen die Bestechung ausländischer Amtsträger 1999 ermittelt wurde.

"In 41 Prozent der Fälle wurde die Bestechung von Führungskräften vorgenommen oder abgesegnet", heißt es darin. In zwölf Prozent war die Unternehmensleitung involviert.

Die Adressaten sind in der Regel eher Industrie- als Entwicklungsländer. "Das Ziel der Bestechung ist es, Verträge mit staatseigenen oder staatlich gelenkten Unternehmen zu schließen", erklärte die OECD. "Die meisten Zahler und Empfänger von Bestechungsgeldern stammen aus wohlhabenden Staaten." Als Konsequenz daraus fordert die Organisation schärfere Strafen und einen besseren Informantenschutz. "Korruption schwächt Wachstum und Entwicklung. Wer sie ausübt oder von ihr profitiert, muss zur Rechenschaft gezogen werden", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

Drei Viertel aller Fälle von Auslandsbestechung laufen den Angaben zufolge über Mittelsmänner oder -institutionen, etwa Vertriebspersonen und Makler, aber auch Firmen in Übersee-Finanzzentren. Angestellte staatseigener Betriebe führen die Liste derer an, denen Geld versprochen oder gezahlt wurde. Weit oben auf den Bestechungslisten stehen auch Zollbeamte sowie Mitarbeiter von Gesundheits- und Verteidigungsbehörden. "Im Durchschnitt flossen knapp 14 Millionen US-Dollar pro Bestechungsvorgang", (11,2 Mio. Euro) erklärte die OECD. Diese Zahlen stellten aber nur die Spitze des Eisberges dar.

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